Banküberfall in Linz

Mutter mit Kindern jagte Räuber

Das war sehr mutig - und sehr gefährlich: Mit zwei Kindern (4 und 6) im Auto fuhr eine Mutter (28) einem bewaffneten Bankräuber nach, der am Linzer Bindermichl die Sparkasse überfallen hatte. Der Verbrecher trug Laufkleidung, joggte seiner Verfolgerin mit 7630 Euro Beute davon. Die Linzerin erlitt beim Verhör einen Nervenzusammenbruch! Auch die Bankangestellten sind fertig: Ihre Filiale wurde zum dritten Mal in nur einem Jahr überfallen.

„Ich wollte einen Erlagschein einzahlen und den Kontostand prüfen. Beim Eingang ist mir ein Mann entgegengekommen, der sich gerade sein Halstuch vom Gesicht gezogen hat. Ich hab´ mir gedacht, ich seh´ nicht richtig. Dann ist er an mir vorbei gelaufen. Ich bin ihm mit dem Auto nach, aber nur bis zur nächsten Straße. Er lief langsam, wie ein richtiger Jogger. Dann hab´ ich meinen Mann angerufen, er hat gesagt, ich soll die Polizei alarmiere“n, berichtete die geschockte Linzerin (28) der „Krone“: „Ich bin voll fertig, mir zittern die Knie.“

Der Täter hatte um 11.07 Uhr die Sparkassenfiliale betreten. Er trug einen Sportler-Dress mit Turnschuhen, enger schwarzer Laufhose, weinroter Jacke, schwarzer Haube sowie eine Sonnenbrille und hatte sich ein buntes Halstuch über Nase und Mund geschoben. In der Hand hielt er eine schwarze Faustfeuerwaffe, vermutlich eine Pistole.

Der Räuber sagte zu den drei weiblichen Angestellten: „Geld her!“, bedrohte die Frauen und ließ sie die Hände auf das Pult legen. Dann stopfte er 7630 Euro in sein weißes Stoffsackerl. Auf der Flucht warf er Jacke, Haube und Tuch weg.

Die Bank war zuerst am 5. August überfallen, der Verbrecher - ein vierfacher, verschuldeter Vater (60) - gefasst worden. Und am 13. Februar rannte ein Räuber mit 9000 Euro weg - dieser Täter könnte nun erneut zugeschlagen haben. DNA-Proben werden es zeigen.

 

Foto: Christian Koller

Montag, 14. Juni 2021
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