Di, 21. August 2018

Tsipras bestürzt

30.10.2015 12:33

Flüchtlingsdramen in der Ägäis: "Ich schäme mich"

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat sich bestürzt über die Flüchtlingstragödien in der Ägäis geäußert. "Als Mitglied der Führung Europas schäme ich mich", sagte er am Freitag. Mindestens 22 Flüchtlinge, darunter Kinder, waren allein in der letzten Nacht vor griechischen Inseln ertrunken.

Tsipras appellierte an andere europäische Spitzenpolitiker, die Streitigkeiten über den Umgang mit Migranten zu beenden. Das eine Land schiebt das Problem dem anderen zu. "Die Wellen spülen nicht nur tote Migranten, sondern auch die europäische Kultur an Land", sagte Tsipras.

Der Regierungschef versicherte, Griechenland werde rund 50.000 Migranten in Aufnahmelager und in Wohnungen aufnehmen. Er schlug aber vor, dass die sogenannten Hotspots (Registrierzentren) der EU in der Türkei und Ländern wie dem Libanon, wo es Flüchtlingslager gibt, in Betrieb genommen werden. Damit würden die Flüchtlinge nicht gezwungen, die gefährliche Überfahrt aus der Türkei zu den griechischen Inseln zu unternehmen.

Zahlreiche Kinder unter den Toten
Mindestens 22 Flüchtlinge ertranken in der Nacht auf Freitag vor griechischen Inseln. Wie die Küstenwache mitteilte, kamen 19 Menschen vor Kalymnos und drei vor Rhodos nach dem Kentern von Flüchtlingsbooten ums Leben. Rettungsmannschaften konnten rund 140 Menschen in Sicherheit bringen. Mehrere Flüchtlinge werden noch vermisst. Unter den Opfern vor Kalymnos seien sechs Frauen, acht Kinder und zwei Babys gewesen, erklärte die Hafenpolizei. Vor Rhodos seien eine Frau, ein Kind und ein Baby tot aus dem Wasser gezogen worden, sechs Passagiere hätten gerettet werden können.

"Äußerst gefährliche Wetterlage"
Die griechischen Inseln in der Ägäis liegen zwar oft nur wenige Kilometer von der türkischen Küste entfernt, doch kommt es dort immer wieder zu tödlichen Unglücken. Erst am Mittwoch waren vor Lesbos und Samos 17 Flüchtlinge ums Leben gekommen.Bei rauer See und heftigen Windböen kentern immer wieder die kleinen Flüchtlingsboote. "Die Wetterlage ist äußerst gefährlich. Ich befürchte, wir werden noch mehr Opfer haben", sagte ein Offizier der Küstenwache. Auch das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR warnte am Donnerstag, dass sich das Schicksal der Menschen durch die schlechteren Wetterverhältnisse noch verschlimmere.

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