Schwere Vorwürfe

Sex und Gewalt sind Fälle für Justiz

Es ist wie bei den Foltervorwürfen in den Kasernen Freistadt und Wels vor zwei Jahren: Eine Untersuchungskommission hat anonym gemeldete Missstände in der Hörschinger Kaserne geprüft - und kam zu keinem Ergebnis. Denn drei von acht Anschuldigungen sind bereits gerichtsanhängig, so dass die Verfahren abgewartet werden. Eines wurde eingestellt.

Das Zwischenergebnis wurde bereits berichtet  Mittwoch Nachmittag dem Verteidigungsminister vorgelegt. Vier „Missstände“ sind vom Tisch: Ein Ausbildungsmanko wegen Ausfalls von Bediensteten, „schikanöse Kontrollen“ im Amtsgebäude an der Garnisonsstraße in Linz (war wegen Mängeln im Objekt- und Truppenschutz notwendig), die Einladung einer ausländischen Delegation im Diplomatenstatus ohne Genehmigung des Ministeriums (der Offizier wurde belehrt) und „Offizier bedroht Frau und Kind“ (diese Rosenkrieg-Anzeige war bereits Anfang 2004 von der Staatsanwaltschaft zurückgelegt worden).

Ein Oberst, der nach einer Dienstreise nach Bozen die Rückfahrroute änderte und Verwandte in Kärnten besuchte, hat ein Disziplinarverfahren am Hals.

Drei weitere Fälle sind gerichtsanhängig: Ein Oberst, der sich mit seiner Lebensgefährtin geprügelt haben soll, ein Unteroffizier, der militärisches Klopapier entwendet haben soll, und ein Flieger-Unteroffizier, dem vorgeworfen wird, einen Rekruten sexuell belästigt zu haben, müssen ihre Gerichtsverfahren abwarten, ehe die Disziplinarkommission tätig wird. „Doch bis dahin gilt für alle die Unschuldsvermutung“, heißt es im Zwischenbericht.

 

 

 

Foto: Klemens Groh

Freitag, 07. Mai 2021
Wetter Symbol