Seltsame Ausrede

Wegen ¿Schneeallergie¿ vor Schulskikurs gedrückt

Oberösterreich
20.05.2006 19:27
Während Kinder immer dicker werden und Ärzte mehr Turnstunden in den Schulen fordern, klagt eine Hauptschullehrerin aus Steyr: „Viele Schüler schwänzen das Turnen, werden von den Eltern und oft durch Gefälligkeits-Atteste gedeckt.“ Ein Bub wollte sich sogar wegen „Schneeallergie“ vorm Skikurs drücken…

Auch die KollegInnen der Turnlehrerin kämpfen mit demselben Problem: Etwa jedes zehnte Kind lässt sich aus fadenscheinigen Gründen vom Turnen befreien. „Und was sollen wir machen, wenn uns ein ärztliches Gefälligkeits-Attest vorgelegt wird?“

Nur zwei von vielen ähnlichen Fällen: „Ein Mädchen hatte einen kleinen blauen Fleck und brauchte deshalb gleich drei Wochen nicht mitzuturnen. Ein anderes ging lieber mittags heim als nachmittags zur Leibeserziehung. Und die Eltern deckten das.“

Noch drastischer sind die Ausreden bei den Skikursen. „Da behaupteten Eltern doch glatt, das Kind habe eine ,Schneeallergie´. Und einmal wurde im November ein Befund vorgelegt, dass der Sprössling im März wegen Migräne behandelt werden muss.“

Für mehr Freude an Bewegung schlägt die engagierte Pädagogin vor: die Turnnote abschaffen und kurze Schulwege lieber zu Fuß zurücklegen.

 

 

 

Foto: Chris Koller

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