Stau-Chaos

Linzer Brücke als stete Fehlplanung

Oberösterreich
20.05.2006 00:16
Die kleinste Panne - wie jüngst eine Ölspur - auf der Nibelungenbrücke reicht, um den innerstädtischen Verkehr in Linz zum Erliegen zu bringen. Eine Entlastung durch den Bau der Westumfahrung ist noch in weiter Ferne. Doch nicht nur jetzt, auch in früheren Jahrhunderten stand der einzige innerstädtische Donauübergang stets im Zeichen von Fehlplanungen.

Die erste Nibelungenbrücke wurde unter Kaiser Maximilian I. nach vierjähriger Bauzeit im Jahr 1501 fertig gestellt. 1869 wurde die hölzerne Brücke durch eine moderne Eisenbrücke ersetzt. Doch schon bei der Eröffnung im Jahr 1872 zeigte sich: Sie war für den Straßenbahnverkehr viel zu schmal bemessen worden. Es begann eine Debatte über die Errichtung einer neuen Brücke  doch 66 Jahre lang blieb es bei diesen Diskussionen. Erst 1938 wurde die Nibelungenbrücke in ihrer heutigen Form neu errichtet  wieder als eine Fehlplanung: Denn der breite Donauübergang endete an der schmalen Linzer Landstraße.

Heutzutage stauen sich täglich 50.000 Fahrzeuge über diesen Donauübergang - in zehn Jahren werden es etwa 60.000 täglich sein. Eine 4. Linzer Donaubrücke im Zuge des Westrings würde die Frequenz auf der Nibelungenbrücke auf 33.000 Fahrzeuge pro Tag senken. Gefordert wird diese Lösung schon seit 31 Jahren, war 1975 im Gemeinderat sogar beschlossen worden.

Im kommenden September startet immerhin eine entsprechende Umweltverträglichkeitsprüfung, die bis 2008 dauern wird. „Wann dann aber endlich Baubeginn ist, ist eine Frage der Finanzierung“, glaubt der Linzer Planungsstadtrat Klaus Luger nicht an eine rasche Realisierung des Projekts. Immerhin stiegen die geschätzten Kosten von drei Milliarden Schilling im Jahr 1992 auf nunmehr elf Milliarden Schilling (800 Millionen Euro).

 

 

 

Foto: Chris Koller

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