Keine Befreiung

Künstler brauchen jeden Cent

3,93 Euro pro Jahr zahlt ein kleiner Friseurbetrieb, der im Hintergrund Musik laufen lässt, an die Autoren-, Komponisten- und Musikverlegergesellschaft (AKM) - eine Bagatell-Abgabe, die wie die Luftsteuer mehr Aufwand kostet, als sie bringt. Einer Entlastung für Kleinbetriebe, die der SP-Wirtschaftsverband fordert, gibt die Kammer aber wenig Chancen.

Egal ob Radio, CD oder Live-Musik, Gasthaus oder Gewerbebetrieb: Sobald Kunden zuhören, ist es eine öffentliche Aufführung, für die nach weltweitem Urheberrecht AKM fällig ist. Die Höhe wird kompliziert nach Kundenfrequenz und Nutzungsart der Musik berechnet. Für ein durchschnittliches Gasthaus sind 300 Euro pro Jahr, für einen Handelsbetrieb zwischen 400 und 500 Quadratmeter Fläche 41,69 Euro im Monat zu bezahlen.

Der Wirtschaftsverband fordert nun eine AKM-Befreiung für Kleinbetriebe, zumindest wenn bei ihnen die Musik aus dem Radio kommt: „Dafür hat der Sender bereits AKM bezahlt“, argumentiert Vorsitzender Wolfgang Schimböck.

„Es gab schon einmal einen derartigen Vorstoß, der aber erfolglos blieb“, sagt Kammer-Experte Peter-Paul Frömmel und wirbt um Akzeptanz der Abgabe: „Die Betriebe nutzen dafür eine Leistung der Künstler, die davon leben.“ Auch bei Bagatellfällen dürfte die AKM hart bleiben. Künstler brauchen jeden Cent…

 

 

 

Foto: Chris Koller

Montag, 14. Juni 2021
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