8000er im Visier

Zwischenfall nach Gipfelsieg

„Es wäre schon fesch, auf allen 14 Achttausendern zu stehen“, dachte die Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner (35) aus Spital am Pyhrn laut nach. Tatsächlich hat sie den neunten Achttausender - von insgesamt 14 - bezwungen: den 8586 Meter hohen Kangchendzönga in Nepal. Nicht ohne dramatischen Zwischenfall.

„Das Gefühl auf dem Gipfel war gigantisch“, schildert sie mit atemloser Stimme. „Die Felskletterei kostete viel Substanz.“ Der Abstieg wurde bei Einbruch der Dunkelheit begonnen, im Licht der Stirnlampen. Dann Dramatik knapp vor dem Schlaflager auf 7700 Metern: Kaltenbrunners Lebensgefährte Ralf Dujmovits (44) stürzte in eine Gletscherspalte. Gottlob nicht sehr tief, er konnte rasch geborgen werden.

Die Nacht war eiskalt. Orkanartige Windböen fegten über den Kangchendzönga. Die Stunden vergingen ohne Essen, ohne Trinken. Aber am Morgen war wieder alles anders. Statt dunklen Wolken Sonne, die das Zelt in helles Licht tauchte.

Im Basislager: Jubel, Glückwünsche aus aller Welt via E-Mails. Auch der Pfarrer von Spital am Pyhrn, Erich Tischler, dachte an Gerlinde, die früher bei ihm Ministrantin war.

 

 

 

Foto: Jack Haijes

Donnerstag, 24. Juni 2021
Wetter Symbol