Ausbruch überfällig

Jeder Bauer musste mit BSE-Ausbruch rechnen

Oberösterreich
16.05.2006 19:09
„Es hätte jeden von uns treffen können“, sagen die Nachbarn der Bauernfamilie Lambert und Maria Barth, auf deren Hof in Bad Kreuzen Oberösterreichs erster BSE-Fall festgestellt wurde. Experten bestätigen, was die Bauern seit Jahren befürchten: „Im Rinderland Nummer“ eins war ein Ausbruch der Rinderkrankheit statistisch schon überfällig.

Ein Drittel aller österreichischen Rinder wird in Oberösterreich gehalten, für den menschlichen Verzehr geschlachtet werden jedes Jahr 217.000 Stück, davon 70.000, die älter als 30 Monate und daher „Risikotiere“ sind, die auf BSE getestet werden müssen. Seit Dezember 2000 wurden insgesamt 400.000 dieser Tests durchgeführt.

„Statistisch musste man nach drei Fällen in anderen Bundesländern auch mit einem bei uns rechnen“, blickt Agrar-Landesrat Josef Stockinger auf Ängste der Bauern und Aussagen von Experten zurück, die trotz Sicherheitsmaßnahmen warnten. „Es gibt organisch bedingte BSE-Erkrankungen an Einzeltieren, die man dadurch nicht verhindern kann“, weiß Landesveterinärdirektor Karl Wampl.

Die Kuh „Moni“, die Lambert Barth schlachten ließ, war ein solcher Einzelfall, die 40 anderen Rinder in seinem Stall waren gesund: „Den Bauern trifft sicherlich keine Schuld“, so Wampl.

Die Gefährlichkeit von BSE sieht der Experte gelassen: „Betroffen ist nur Nervengewebe, das Muskelfleisch wäre theoretisch ungefährlich.“ In der Praxis geht man aber kein Risiko ein: Geschlachtete Rinder dürfen erst verarbeitet werden, wenn der gesetzliche Test ergibt, dass sie BSE-frei sind. Ansonsten muss der Kadaver in Regau entsorgt werden.

 

 

Foto: rubra

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele