Wirte stinksauer

Proteste gegen 4-Uhr-Sperrstunde

Stinksauer sind Linzer Wirte über die geplante generelle 4-Uhr-Sperrstunde: „Uns hat keiner gefragt. Und wir lassen uns nicht für Probleme verantwortlich machen, die von der Politik verursacht worden sind“, sagt Günter Hager, Chef des In-Lokals Josef. Mit 14 anderen Linzer Wirten gab´s schon eine Krisensitzung.

„Biergärten, die nicht auf Magistratsgrund sind, müssen in Linz statt um 24 Uhr schon um 22 Uhr schließen. In Bayern wurde die Sperrstunde aufgehoben und bei uns wird sie verschärft. Das kann doch fürs Kulturjahr 2009 auch keine Werbung sein“, ärgert sich Hager, der auch Sprecher der Linzer Szenegastronomen ist.

Wütend macht die Wirte, dass die Politik über etwas verhandelt, ohne mit der Mehrheit der Betroffenen zu sprechen: „Nur weil jemand einmal im Wirtshaus gesessen ist, ist er noch kein Gastronomieexperte. Und zwischen Land und Stadt besteht auch ein Unterschied. Bei uns ist keiner für die Vorverlegung der Sperrstunde“, schimpft Hager.

„Wir halten uns an die Gesetze“
Dass er und seine 7000 oberösterreichischen Wirte-Kollegen als Schuldige an Alkoholexzessen von Kindern und Teenagern genannt werden, will er so nicht auf sich sitzen lassen: „Wir halten uns an die Gesetze.“ Dies hätten auch die Behörden bei Razzien in diversen Lokalitäten überprüft und bestätigt.

Für rechtlich bedenklich hingegen halten die Gastronomen das Vorgehen der Polizei, die bei der Überwachung der Sperrstunde indiskret Gäste fotografiert. Die Wirte planen Protestaktionen - mit ihren Lieferanten, die ebenfalls Umsatzeinbußen befürchten.

 

 

Foto: Chris Koller

Donnerstag, 13. Mai 2021
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