Dutzende Verletzte

Offenbar Giftgas-Angriff durch IS in Syrien

Ausland
26.08.2015 08:17
In Syrien gibt es erneut Hinweise auf den Einsatz von Chemiewaffen. Der Aktivist und Journalist Mamoun al-Khatib sagte am Dienstag, mehr als 50 Artilleriegeschosse seien im Zentrum der Rebellenhochburg Marea eingeschlagen und hätten einen "furchtbaren Gestank" verbreitet. Er machte den IS dafür verantwortlich, der seit Monaten versucht, die Stadt einzunehmen. Mehrere Hilfsorganisationen berichteten ebenfalls von einem Angriff mit Chemiewaffen.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen teilte mit, ihre Mitarbeiter hätten Zivilisten behandelt, die in Marea offenbar einem chemischen Kampfstoff ausgesetzt gewesen seien. Die Syrian American Medical Society erklärte, ihre Ärzte hätten den Stoff als Senfgas identifiziert. In ihrem Feldlazarett in Marea seien 50 Patienten mit Symptomen von chemischen Kampfstoffen behandelt worden. Rund 30 Zivilisten hätten Blasen auf der Haut gehabt. Es seien Blut-, Haar-und Kleidungsproben genommen worden, um diese näher zu untersuchen.

Schwerverletzte zur Behandlung in die Türkei gebracht
Auch der Journalist Khatib, der die oppositionelle Nachrichtenagentur Sabha leitet, sagte, Ärzte eines Krankenhauses hätten von Fällen von Erstickung, Husten, Haut- und Augenirritationen berichtet. Dutzende Menschen seien betroffen, vier Schwerverletzte seien zur Behandlung in die Türkei gebracht worden.

Die syrische Regierung hat seit 2013 unter internationalem Druck ihre gesamten Chemiewaffenbestände vernichtet, darunter auch mehr als 19 Tonnen Senfgas, dessen Einsatz seit 1993 international verboten ist.

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