Neue Mordanklage

Vier Tage verhört und zermürbt!

Neue Mordanklage enthüllt, wie der Leidensweg des Gmundner Justizopfers begann: „Jetzt wird´s passert, sonst wär´ ja was an unserm Peter hängen geblieben“, sagen die Eltern des Gmundner Justizopfers zu den neuen Anklagen im Salzburger Taximord: Den hatte Peter Heidegger (32) vor 13 Jahren nach viertägigem Verhör hungrig und zittrig gestanden - durch skrupellose Drohungen und Lockungen völlig zermürbt.

Heute würde man es Psycho-Folter nennen: Vier Tage und vier Nächte bekam der Gmundner Fliesenleger und Präsenzdiener, der den Zapfenstreich überschritten hatte, kein Essen und kaum Schlaf. Nur ständig zu hören, dass er ein ganz gemeiner Raubmörder sei, der lebenslang dafür büßen müsse, die Taxifahrerin Claudia Deubler (28) erschossen zu haben. Womit?

Mit seinem Signalstift für Bergnotfälle, mit dem man keinen Menschen umbringen kann? „Wenn du aber sagst, dass deine Leuchtpatrone unabsichtlich losgangen ist, war´s kein Mord, sondern nur fahrlässige Tötung, und du kommst mit einem Jahr Häfen davon“, übertölpelten schließlich die Ermittler ihr Opfer: Der Soldat unterschrieb zittrig - seinen Vornamen fügte einfach ein Beamter hinzu.

20 Jahre Haft
Da half kein Leugnen mehr - der Angeklagte wurde zu 20 Jahren Haft verdonnert. Erst nach acht Jahren Gefängnis wurde er freigelassen, dann auch freigesprochen und mit 950.000 Euro für 2865 Tage Leid entschädigt. Mit dem Geld konnte die Familie die Anwälte und Schulden zahlen, der Rest reichte noch für einen bescheidenen Rohbau des Fliesenlegers.

Schon vor 13 Jahren verdächtig
Er sieht nun auch die neue Anklage als Wiedergutmachung, die ihn endgültig von jedem Verdacht befreit. Die Linzer Mordermittler haben den Garstener Häftling Tomi S. (29) und den Salzburger „Kronzeugen“ Daniel N. (28) angezeigt, die schon vor 13 Jahren noch vor der Tat in Verdacht geraten waren. Weil sie am Taxistandplatz Claudia Deublers die Tatwaffe hergezeigt und sogar ausprobiert hatten, ehe sie Geld für ihre Sucht und Flucht rauben wollten.

Tomi habe vor seinen Augen den Mord verübt, beichtete Daniel zunächst nur den Eltern. Doch nach dem Fehlurteil gegen Heidegger legte er auch vor Polizisten sein Geständnis ab, wurde aber für verrückt erklärt. Ein neues Gutachten hält ihn nun für „zeugnisfähig“.

 

 

Foto: Wolfgang Weber

Samstag, 12. Juni 2021
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