Wissenschaftler der Harvard Universität in Boston haben herausgefunden, dass die Verbreitung der Fettsucht in den USA - die ohnehin schon als höchste in den Industrienationen gilt – bisher noch unterschätzt wurde, und das nicht zu knapp. Insgesamt muss die Zahl der stark Übergewichtigen sogar um mehr als 50 Prozent nach oben korrigiert werden.
Nicht vermessen, nur befragt
Um die Verbreitung von Übergewicht und Fettsucht zu untersuchen, benutzen Forscher den so genannten Body Mass Index (BMI), der das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße setzt. Die Studienteilnehmer werden entweder befragt oder aber direkt vermessen. Die Messung der Körpermaße ist zwar präziser, aber auch wesentlich aufwendiger - weshalb Umfragen bei der Ermittlung des durchschnittlichen BMI verbreitet zum Einsatz kommen.
Schummeln, was das Zeug hält
Schon länger argwöhnten Experten, dass die Befragten besonders am Telefon gern schummeln, wenn es um ihre wahre Gestalt geht. Bisher aber war nicht genau bekannt, in welchem Maß die Umfrage-Ergebnisse von der Realität abweichen. Um den „Lügenbolden“ ein Schippchen zu schlagen, wurden sie zuerst zu ihrem BMI befragt, ohne zu wissen, dass die Überprüfung der Angaben per Messung folgt.
Frauen machen sich dünner, Männer länger
Dabei kam man zu interessanten Ergebnissen: Während Frauen wenig überraschend gerne bei ihrem Gewicht schummeln, beziehungsweise dieses an ihr Wunschgewicht anpassen, mogelt das starke Geschlecht lieber bei der Länge (gemeint ist die Körpergröße). Die Folgen sind die gleichen: Der BMI fällt unter den tatsächlichen Wert.
Kleine Lüge, große Wirkung
Und wie drastisch sich die Fehlangaben auswirken, hat selbst die Forscher erstaunt. Anhand der korrigierten BMI-Werte muss die Zahl der Fettsüchtigen in den USA um durchschnittlich mehr als 50 Prozent nach oben korrigiert werden. Im Jahr 2002 waren demnach 28,7 Prozent der Männer und 34,5 Prozent der Frauen in den USA adipös. Na Mahlzeit!








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