Sinnloses Morden

48 tote Zivilisten in Bagdad gefunden

Ausland
03.05.2006 11:48
In verschiedenen Vierteln der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Mittwoch die Leichen von insgesamt 48 ermordeten Zivilisten gefunden worden. Bei einem Selbstmordattentat in der Rebellenhochburg Falluja im Westen kamen mindestens 18 Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt.

Die Mordopfer, die sowohl in mehrheitlich von Sunniten als auch von Schiiten bewohnten Stadtteilen entdeckt wurden, lagen in Gruppen von bis zu 15 Leichen zusammen. Vertreter der sunnitischen Minderheit werfen dem bisher unter schiitischer Kontrolle stehenden Innenministerium unter anderem vor, "Todesschwadronen" auszusenden, um Sunniten systematisch zu beseitigen. US-Botschafter Zalmay Khalilzad hatte die konfessionellen Milizen beschuldigt, schon mehr Menschen umgebracht zu haben als die Aufständischen.

Ein Selbstmordattentäter sprengte sich in Falluja nach Polizeiangaben mit seinem Sprengstoffgürtel inmitten einer Gruppe von Bewerbern für den Polizeidienst in die Luft, die vor der Hauptwache warteten. Bewerber für den Dienst bei Polizei und Armee gehören zu den bevorzugten Angriffszielen der Aufständischen.

In Bagdad trat unterdessen das Parlament zu seiner zweiten Arbeitssitzung seit der Wahl vom 15. Dezember zusammen. Nur 154 der insgesamt 275 Abgeordneten erschienen zu der Sitzung.

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