Tödlicher Winter

Extremwetter tötet 300 Millionen Bienen

Ein Drittel der Bienen in Oberösterreich fiel Wetterextremen zum Opfer, besonders arg ist es in den Niederungen: Wegen des langen, sonnigen Herbstes flogen die Immen zu lang, arbeiteten sich zu Tode, statt Winterspeck anzusetzen. Zugleich breitete sich in der Brut die tödliche Varroa-Milbe aus. Der extrem lange Winter gab vielen Honigsammlern dann den Rest.

Im fünfmonatigen Dauerwinter starben etwa 300 Millionen Bienen. „Aber nicht nur der Extremwinter ist schuld, dass etwa ein Drittel der Bienen nicht überlebt hat“, meint Mag. Maximilian Lidlbauer, Präsident des oberösterreichischen Landesverbandes für Bienenzucht. Und er erklärt: „Es gibt regionale Unterschiede - in niedrigen Lagen starben mehr Völker, als in höheren. Das liegt daran, dass die Bienen im Tal im vergangenen sonnigen Herbst bis in den November ausfliegen konnten, während jene zum Beispiel im kühleren Mühlviertel sich schon einwinterten.“ In der längeren Herbstarbeit konnten die Nektarsammler im Tal nämlich keinen Winterspeck ansetzen, arbeiteten sich praktisch zu Tode.

Durch die lange Schönwetterperiode im Herbst gab es bei den Immen aber auch eine längere Brut - und in der vermehrte sich die gefährliche Varroa-Milbe, die im 3-Jahre-Rhythmus verstärkt auftritt.

Langer Winter gab den Bienen den Rest
Denn Rest gab den 900 Millionen Bienen Oberösterreichs der lange Winter. Unter den 9000 oberösterreichischen Imkern mussten einige auch Totalverluste hinnehmen. „Das Positive bei Bienen ist, dass der Bestand sehr schnell wieder verdoppelt werden kann“, beruhigt Mag. Lidlbauer. Also keine Angst, dass die bei uns so fleißigen Carnica-Bienen aussterben - sie werden weiterhin Blüten bestäuben. Gefährlich wären aber genmanipulierte Pflanzen: Die Bienen würden auch deren Blütenpollen in den Honig einbringen.

 

 

Foto: AP

Montag, 14. Juni 2021
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