Brutaler Überfall

¿Wir glaubten nicht, lebend herauszukommen¿

Oberösterreich
01.05.2006 21:25
„Wir haben nicht geglaubt, dass wir da lebend rauskommen!“ Noch sichtlich unter Schock, erzählen im „Krone“-Interview Opfer des Überfalls auf das Hotel „Maximilian“ in Bad Schallerbach, wie der Streit zwischen Hotelbesitzer und Pächter brutal eskalierte und nun Todesangst herrscht. Es geht um ausstehende 70.000 Euro an Pacht und Betriebskosten.

Beim Prozess vor dem Grieskirchner Gericht vor einer Woche soll Maximilian-Pächter Selim S. (46) gemeint haben: „Ich bezahle nichts und behalte das Hotel!“ Das wollte Hotelbesitzer Rudolf H. (51), der jahrelang als Bankdirektor gearbeitet hatte, nicht hinnehmen. „In praktizierter Selbsthilfe“, so sein Linzer Anwalt Alfred Windhager, nahm H. sein Hotel wieder in Besitz, tauschte Türschlösser aus, während sein ägyptischer Pächter – „er schuldet mir an Pacht und Betriebskosten etwa 70.000 Euro“, erklärt Rudolf H. - auf Heimaturlaub war.

Schlägertrupp für Rückeroberung
Samstag Vormittag kam Selim S. zurück - und organisierte für die Rückeroberung des Hotels einen Schlägertrupp, der mit Baseballschlägern und Eisenstangen bewaffnet gewaltsam durch die Hintertür eindrang. „Da hab´ ich meine Gaspistole leer geschossen“, berichtet Georg L. (45), ein Freund des Hotelbesitzers, der mit dessen Schwager Leopold R. (42) schließlich Richtung Seminarraum flüchtete, dabei Getränkeflaschen und Blumentöpfe auf die Angreifer warf. „Dann saßen wir fest, versuchten vergeblich, mit einem Stuhl eine Fensterscheibe einzuschlagen“, erzählt Georg L., und weiter: „Als dann einer mit einer Eisenstange auf meinen Kopf zielte, bin ich in Todesangst durch die Scheibe gesprungen, habe mir dabei die Arme zerschnitten.“

Ein weiterer Freund des Besitzers, Rene P. (34) aus Linz, wurde vor den Augen der angerückten Polizei von fünf Angreifern zu Boden geprügelt, dann vom Schallerbacher Postenkommandanten mit der Pistole bedroht: Ich bin am Boden gelegen, er hat auf meinen Kopf gezielt und schreiend nach meiner Waffe gefrag“t, erzählt Rene P.

Der Hotelkrieg wird weitergehen: vor Gericht.

 

 

Foto: Johann Haginger

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