12.07.2015 16:56 |

43-Jähriger starb

Kletterer stürzte vor Augen der Frau in den Tod

Tragödie am Klamml-Klettersteig im Wilden Kaiser: Bernhard G. (43) aus St. Johann und seine Frau waren dort ohne Klettersteigset unterwegs, als der Mann in einem Bereich der Kategorie B/C (mäßig/größtenteils schwierig) wegrutschte, sich noch mit den Händen hielt, aber dann vor den Augen der Frau in den Tod stürzte.

"Die beiden kannten den Klettersteig aus früheren Begehungen", schildert Polizei-Bergführer Andreas Steurer. Sonntag Vormittag wollten sie nur den unteren, meist leichteren Teil durchklettern und dann auf den normalen Steig zurückkehren. Dabei waren sie ohne Klettersteigset unterwegs.

Öfters Begehungen ohne Sicherung

Durchaus üblich oder ein extrem riskantes Hasardspiel? "Es kommt häufiger vor", sagt Alpinpolizist Steurer dazu, "dass erfahrene Leute diesen Klettersteig ohne Sicherung bewältigen – zumindest den unteren Teil." Klar ist aber auch: Ein einziger Fehltritt, eine einzige Unachtsamkeit bedeutet angesichts teils senkrechter Felswände den Tod. An der Unglücksstelle "Platte" (Schwierigkeit B/C) ging die Frau voraus, als Bernhard G. plötzlich wegrutschte, sich aber noch mit den Händen am Seil halten konnte. Schließlich verließen ihn die Kräfte und er musste loslassen, während seine Frau die dramatischen Sekunden hilflos mitansah.

Mit Händen gehalten und dann abgestürzt

„Der 43-Jährige stürzte zunächst 25 Meter auf ein sehr steiles Schotterfeld, dann weitere 30 Meter ab“, erhob Steurer. Die Ehefrau konnte trotz ihres Schocks den Rückweg antreten und zum Wandfuß absteigen. Den Alarm lösten andere Bergsteiger aus. C 4 flog die Frau zur nahen Wochenbrunner Alm, die Leiche des Mannes wurde per Tau von der Libelle geborgen. Das Paar hat zwei Kinder.

Weiterer Unfall durch Steinschlag

Ebenfalls im Wilden Kaiser, in der Westwand des Totenkirchl, wurde Samstag ein bayrischer Kletterer (39) von einem Steinschlag getroffen. Er erlitt innere Verletzungen und Verletzungen der Lendenwirbelsäule. Sein Begleiter sicherte ihn und schlug Alarm. Das Team des C 4 setzte zur Bergung ein 140-Meter-Tau ein.

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