Di, 17. Juli 2018

Bürgerproteste

09.07.2015 20:18

Seekirchner sind gegen geplante Schottergrube

Felix Schmidhuber (60) aus Seekirchen hat einen Antrag für eine Schottergrube am örtlichen Grünberg gestellt. Das passt einigen Anrainern überhaupt nicht. Sie haben die "Bürgerinitiative gegen Schotterabbau Grünberg" ins Leben gerufen und befürchten neben Lärm und Schmutz auch eine Gefährdung ihrer Kinder.

Im Ortsteil Ried in Seekirchen formiert sich Widerstand gegen die geplante Errichtung einer Schottergrube. Der Gemeinderat beschloss eine Resolution gegen den Plan. 100 Einsprüche liegen der Behörde vor. Sie bemängeln, dass der vorgeschriebene Mindestabstand von 300 Metern nicht eingehalten werden würde.

"Wir sind enormen Gefahren ausgesetzt, die durch den Schwerverkehr bei Ab- und Zufahrt entstehen. Allen Bedenken voran steht die Angst um die Schulkinder der Siedlung, die genau auf diesem Weg zu Bahn sowie Bus gehen müssen und bei unzumutbaren Engstellen einer (Lebens-)Gefahr ausgesetzt werden. Dazu kommen noch Lärm-, Feinstaub- und Abgas-Emissionen und damit verbunden gesundheitliche Belastungen", kritisiert Verena Fellinger im Namen der "Bürgerinitiative gegen Schotterabbau Grünberg". Auch dass Wald und Grünland abgetragen werden, stört sie. "Es geht um mehr als Schotter. Schotter und Profit dürfen nicht wichtiger sein als Gesundheit, Natur und Lebensqualität", so Fellinger.

Antragsteller wohnt nahe an Grube
Antragsteller Felix Schmidhuber, der die Liegenschaft hat, versteht die Bedenken der Bevölkerung, aber "wir halten alle Richtlinien und Abstände ein. Alles andere sind rein emotionale Geschichten", betont er. Schmidhuber wohnt mit seiner Familie nahe an der potenziellen Schottergrube. Dort, wo auf drei Hektar jede Menge Rohmaterial vorhanden ist und laut ihm "regional gebraucht wird". Wie viel Schotter gewonnen werden kann, kann der Betreiber von "Schmidhubers Möbelwerkstätte", der die Schottergrube unabhängig von dieser Firma aufbauen möchte, jetzt noch nicht sagen. "Wir halten die Auflagen des Mineralrohstoffgesetzes ein. Der Antrag liegt seit 3. März bei der Behörde, es sieht gut aus, dass wir bald starten können." Davor steht aber noch ein naturschutzrechtliches Verfahren bevor. Der Abbau wäre für knapp 20 Jahre geplant.

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