Mo, 20. August 2018

Behandlungsfehler

19.06.2015 05:58

50.000 Euro Schadenersatz für Tod eines Sohnes

Ein 41-jähriger Wiener spürte einen starken Druck in der Brust und ging in die Notaufnahme des SMZ-Ost. Er berichtete den Ärzten dort von seinem angeborenen Herzklappenfehler. Doch die meinten, seine Schmerzen kämen von der Wirbelsäule. Sieben Tage später starb der Mann. Seine Eltern bekamen nun Schadenersatz.

Schon im Baby-Alter wurde bei Reinhard Steindl ein Herzklappenfehler festgestellt. Mit 14 bekam er schließlich einen Katheter eingesetzt. "Danach", sagen seine Eltern Edeltraud (70) und Karl (74), "konnte er ein ganz normales Leben führen. Und er fühlte sich fit." Bis zum 29. Oktober 2011. Da spürte der Informatiker plötzlich einen starken Druck in der Brust. Der 41-Jährige fuhr ins SMZ-Ost, berichtete von den Symptomen und seinem angeborenen Herzleiden.

Trotzdem wurden bei ihm bloß ein EKG und eine Blutabnahme veranlasst. Die Befunde: unauffällig. Die Diagnose der Ärzte: Die Schmerzen kämen von der Wirbelsäule. Sieben Tage später starb Steindl an einem Aorta-Riss.

Tod war Folge von Diagnose- und Behandlungsfehlern
Im Auftrag der Eltern des Mannes reichte Anwalt Marcus Januschke eine Klage gegen den Krankenanstaltenverbund ein. Ein Sachverständiger wurde mit der Überprüfung des Falles beauftragt. Sein Schluss: Reinhard Steindls Tod war Folge von Diagnose- und Behandlungsfehlern. Mithilfe einer MRT und genauer Blutanalysen hätte die Ursache für seine Schmerzen erkannt werden können, durch Setzen eines Stents wäre sein Leben zu retten gewesen.

Jahrelang wurde prozessiert, nun das (nicht rechtskräftige) Urteil: Edeltraud und Karl Steindl bekommen 50.000 Euro. Der Krankenanstaltenverbund will sich dazu nicht äußern, "da das Verfahren noch läuft".

Was die Eltern mit dem Geld machen werden? "Wir wollen es unserem zweiten Sohn schenken."

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