Mehr als 20 Tote

IS bekennt sich zu Anschlag in Saudi-Arabien

Ausland
22.05.2015 20:18
Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu dem Selbstmordanschlag gegen eine schiitische Moschee im Osten Saudi-Arabiens bekannt. Bei dem Attentat in Al-Qadeeh nahe der Stadt Al-Qatif wurden am Freitag nach Angaben des saudischen Fernsehkanals Al-Arabiya 22 Gläubige getötet und 75 weitere verletzt. Der Attentäter hatte sich mit einem Sprengstoffgürtel während des Freitagsgebets in der Ali-Ibn-Abi-Taleb-Moschee in die Luft gesprengt.

Der Täter habe den Sprengsatz unter seiner Kleidung versteckt, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in einer von der amtlichen Nachrichtenagentur SPA verbreiteten Erklärung. Genaue Opferzahlen nannte er nicht. Nachrichtenportale zeigten Fotos von blutüberströmten Opfern sowie von Krankenwagen mit Verletzten.

In einer IS-Erklärung hieß es später, "Soldaten des Kalifats" hätten den Anschlag verübt. Ein namentlich genannter Selbstmordattentäter aus den Reihen der Dschihadisten habe "einen Sprengstoffgürtel gezündet".

Saudi-Arabien: "Werden Beteiligte zur Strecke bringen"
In der Erklärung des Innenministeriums hieß es, Saudi-Arabien werde alle an diesem "terroristischen Verbrechen" Beteiligten "zur Strecke bringen". Sie seien darauf aus, "die nationale Einheit zu zerstören".

Der höchste geistliche Würdenträger der saudi-arabischen Sunniten, Mufti Abdel Aziz bin Abdullah al-Sheikh verurteilte das Attentat im Fernsehen. Er sprach von einem "kriminellen Akt", der "Gräben zwischen den Söhnen unserer Nation" aufreißen und "Unruhen in unserem Land" verbreiten solle.

In der Region Al-Qatif leben hauptsächlich Schiiten, die im sunnitischen Saudi-Arabien eine Minderheit sind. In jüngster Zeit gab es dort wiederholt religiös motivierte Versuche sunnitischer Fundamentalisten, Spannungen zu schüren.

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