"Helft uns!"

Neues Video der deutschen Irak-Geiseln

Ausland
09.04.2006 18:12
Die Entführer der beiden deutschen Geiseln im Irak haben in einem neuen Video mit der Tötung von René Bräunlich und Thomas Nitzschke gedroht, falls die US-Truppen im Irak nicht alle ihre Gefangenen freilassen. In dem am Sonntag auf einer islamistischen Website veröffentlichten Video sind auch Bräunlich und Nitzschke selbst zu sehen. Sie flehen die deutsche Regierung an ihnen zu helfen.

Ihre Peiniger stehen um sie herum und haben Waffen auf ihre Köpfe gerichtet. Nitzschke erklärt auf Deutsch: „Wir sind jetzt seit über 60 Tagen hier gefangen. Wir sind am Ende unserer Nerven. Bitte helfen Sie uns. Wir halten das nicht mehr länger aus. Bitte helfen Sie uns“.

"Dies ist das letzte Ultimatum"
Zusammen mit der Aufnahme der beiden Ingenieure wurde ein Schriftband gezeigt. Darin heißt es auf Arabisch: „Dies ist das letzte Ultimatum für die beiden deutschen Agenten.“ Bräunlich und Nitzschke waren am 24. Jänner in Beidji verschleppt worden.

Die Video-Botschaft war auf einer islamistischen Internetseite zu sehen und stammte offensichtlich vom 28. März. Seit der Entführung der beiden Leipziger am 24. Jänner sind inzwischen 75 Tage vergangen. 

Geiselnehmer fordern Abzug deutscher Firmen
Zuletzt gab es am 13. Februar ein Lebenszeichen der beiden Ingenieure. Zuvor hatten die Geiselnehmer am 31. Jänner ein 72- stündiges Ultimatum gestellt. Sie forderten die Schließung der deutschen Botschaft in Bagdad, den Abzug aller deutscher Firmen aus dem Irak und die Einstellung jeglicher Zusammenarbeit der deutschen Regierung mit den irakischen Behörden.

Geiseln sind Techniker
Bräunlich und Nitzschke arbeiten für die sächsischen Firma Cryotec. Sie sollten sich nur wenige Tage im Irak aufhalten, um eine Industrieanlage zu übergeben. Zu der Entführung bekannte sich die Gruppe Ansar el Tawhid wal Sunna - auf Deutsch: Anhänger der göttlichen Einmaligkeit und der Sunna.

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