Krise dauert an
Schäuble warnt vor plötzlicher Pleite der Griechen
Schäuble begründete seine Warnung vor einem Staatsbankrott unter anderem mit der unklaren Lage der Staatsfinanzen. Auf die Frage, wie es um diese seiner Ansicht nach bestellt sei, antwortete er: "Genau weiß ich es nicht. Ich weiß auch nicht, ob es die griechische Regierung so genau weiß."
Er bekräftigte, Griechenland müsse Reformauflagen erfüllen, damit es weitere finanzielle Hilfen bekomme. Reformbedarf sieht Schäuble in der Steuerverwaltung, auf dem Arbeitsmarkt, in der Altersversorgung und im "aufgeblähten öffentlichen Dienst". Mit Blick auf das Eurogruppen-Treffen sagte er: "Ich sehe nicht, dass sich bis dahin alles klärt."
"FAZ" berichtet von Fortschritten bei Verhandlungen
Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete jedoch unter Berufung auf Teilnehmer der Verhandlungen von Fortschritten. Demnach soll Griechenland zu Konzessionen bei Mehrwertsteuersatz, Pensionen und Privatisierungen bereit sein. Die linksgeführte Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras lehnt bisher die von den internationalen Geldgebern geforderten Maßnahmen als unsozial ab und hat noch keine Reformliste vorgelegt.
In Athen veröffentlichte das Finanzministerium am Samstag zwar einen Entwurf, der neben revidierten Wachstumsaussichten auch Reformen beinhaltet. Allerdings drehte es sich dabei eher um langfristige Initiativen und nicht um die von der Euro-Gruppe gewünschte Liste konkreter Maßnahmen. In dem 89-Seiten-Entwurf heißt es, geringer als erwartet ausgefallene Einnahmen im vergangenen Jahr und Schwierigkeiten bei der Finanzierung staatlicher Aufgaben würden Aussagen über die wirtschaftliche Entwicklung "verkomplizieren".
Schäuble weicht Fragen zu Pleite-Vorbereitungen aus
Einmal mehr wich Schäuble Fragen nach Vorbereitungen der deutschen Regierung auf eine griechische Staatspleite aus: "Es gibt Fragen, die ein vernünftiger Politiker nicht beantworten darf." Deutschland werde "alles tun, um Griechenland unter verantwortbaren Konditionen in der Euro-Zone zu halten."
Gleichzeitig trübten sich in Griechenland die wirtschaftlichen Aussichten ein. Die Regierung in Athen senkte die Prognose für das Wirtschaftswachstum heuer von 1,4 auf 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
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