Info für Krisenfall

Post für 900.000 Reservisten in Finnland

Ausland
03.05.2015 08:20
Das Verteidigungsministerium in Helsinki bereitet derzeit 900.000 finnische Reservisten auf eine militärische Krise vor. In den nächsten Tagen flattern landesweit Briefe mit der Aufschrift "Wir müssen mit Ihnen reden" in die Postkästen. Angeblich soll sich die Aktion aber nicht gegen den Nachbarn Russland richten.

Die Reservisten werden aufgefordert, ihre Daten auf den aktuellen Stand zu bringen, und erhalten Informationen über ihre Rolle im Kriegsfall. Die Briefaktion wird zusätzlich auch durch Werbungen im Fernsehen begleitet.

Ein Ministeriumssprecher erklärte, dass die Aktion keinerlei Zusammenhang mit der Sicherheitslage habe und nicht mit einer möglichen Bedrohung durch Russland in Verbindung stehe.

Verhältnis so schlecht wie seit Kaltem Krieg nicht mehr
Das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen gilt als so schlecht wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Grund ist der Ukraine-Konflikt. Der Westen wirft der Regierung in Moskau vor, prorussische Rebellen im Osten der Ukraine militärisch zu unterstützen und so das Land bewusst zu destabilisieren. Vor einem Jahr hatte Russland bereits die ukrainische Halbinsel Krim annektiert. Das alles schürt Sorgen, dass es auch im Baltikum zu einem Eingreifen Russlands kommen könnte.

Die russische Führung habe gezeigt, dass sie bereit sei, militärische Mittel zur Erreichung ihrer politischen Ziele anzuwenden - selbst wenn dadurch gegen Prinzipien des Völkerrechts verstoßen werde, erklärten erst kürzlich die Verteidigungsminister Schwedens, Norwegens, Finnlands, Dänemarks und Islands. "Es gibt vermehrt militärische und geheimdienstliche Aktivitäten im Baltikum und in unseren nördlichen Gebieten. Das russische Militär fordert uns entlang unserer Grenzen heraus, und es gab mehrere Grenzverletzungen in den baltischen Ländern."

Unbekanntes Unterwasserobjekt vor Helsinki
Finnland hatte erst Ende April ein unbekanntes Unterwasserobjekt in Gewässern vor der Hauptstadt Helsinki entdeckt und daraufhin mehrere Warnschüsse abgefeuert. Verteidigungsminister Carl Haglund sagte, bei dem Objekt könne es sich um ein U-Boot gehandelt haben.

Finnland bezeichnet sich als bündnisfrei. Es gehört, wie Österreich, seit 20 Jahren zur EU, ist jedoch kein NATO-Mitglied.

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