So, 19. August 2018

Einsatz in Nigeria

29.04.2015 07:13

200 Mädchen aus Boko-Haram-Lager gerettet

Die nigerianische Armee hat nach eigenen Angaben 200 Mädchen und 93 Frauen aus der Gewalt der islamistischen Terrororganisation Boko Haram befreit. Die vor über einem Jahr von Boko Haram entführten Schülerinnen aus dem nordostnigerianischen Ort Chibok seien jedoch nicht darunter, teilte Armeesprecher Sani Usman am Dienstagabend mit.

Wie nigerianische Medien berichteten, wurde bestätigt, dass sich die Geiseln in verschiedenen Camps der Extremisten im dichten Sambisa-Wald befunden hätten. Die Streitkräfte hätten demnach drei Lager zerstört. "Wir müssen erst noch genau feststellen, woher die befreiten Personen stammen", so Armeesprecher Usman. Die Mädchen und Frauen würden nun befragt, um ihre Identität festzustellen.

Schülerinnen aus dem Ort Chibok sind nicht dabei
Die Entführung von über 276 Schülerinnen aus Chibok hatte im April vergangenen Jahres für weltweites Entsetzen gesorgt. Dutzende von ihnen konnten später fliehen, doch blieben 219 davon in der Gewalt der Islamisten. Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau erklärte später, sie alle seien zum Islam konvertiert und verheiratet worden.

Ein letztes Lebenszeichen hatte es im Mai vergangenen Jahres gegeben, als die Mädchen in einem Video der Gruppe auftauchten. In den Wochen nach der Entführung hatten Sicherheitskräfte gesagt, dass es Anzeichen gebe, dass die Mädchen in den Sambisa-Wald gebracht worden seien. Experten bezweifelten aber, dass die Mädchen seit ihrer Entführung in einer Gruppe zusammen gefangen gehalten wurden.

Es gab auch international Aktionen über soziale Netzwerke, um die Freilassung der Geiseln zu erreichen. Auch viele Prominente, darunter US-First-Lady Michelle Obama, beteiligten sich daran. Die Mädchen waren mitten in der Nacht aus ihren Schlafsälen verschleppt und in Lastwagen fortgebracht worden. Seither fehlte von ihnen jede Spur.

Die zögerliche Reaktion der Regierung von Präsident Goodluck Jonathan hatte bei den Angehörigen der Mädchen, aber auch bei Bürgerrechtlern in Nigeria und der Welt für scharfe Kritik gesorgt. Nigerias neu gewählter Präsident Muhammadu Buhari hatte kürzlich zum ersten Jahrestag der Entführung verstärkte Bemühungen versprochen, um die Mädchen aufzuspüren. Allerdings erklärte er zugleich, dass sie womöglich nie gefunden werden.

Boko Haram will in Nigeria Gottesstaat aufbauen
Seit Beginn vergangenen Jahres hat Boko Haram laut Amnesty International im Norden Nigerias mindestens 2.000 Frauen und Mädchen entführt. Die Terroristen entführen junge Mädchen, um sie zum Übertritt zum Islam zu zwingen, zwangsweise zu verheiraten oder als Sklavinnen der Kämpfer zu halten.

In den vergangen Jahren waren bei Anschlägen der Gruppe Tausende Menschen ums Leben gekommen. Seit Monaten unterstützen auch Truppen aus den Nachbarländern Kamerun und Tschad die Streitkräfte bei ihrem Kampf gegen die Fundamentalisten.

Die Gruppe kämpft seit 2009 mit Gewalt im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamischen Staat. Bei Gefechten sowie Anschlägen auf Armee, Behörden, Schulen und Kirchen starben mindestens 15.000 Menschen.

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