So, 19. August 2018

Prüfungsaufsicht

08.04.2015 12:01

Anti-Schummel-Software überwacht Studenten

Was waren das noch für Zeiten, als zum Schummeln ein einfacher Spickzettel genügte. Um Betrugsversuche bei Prüfungen zu verhindern, haben insbesondere Universitäten inzwischen aufgerüstet. Neuestes Werkzeug im Kampf gegen Schummeleien: eine Software namens Proctortrack, die Studenten während der gesamten Prüfung überwacht und jede noch so kleine Bewegung als verdächtiges Verhalten einstuft.

Die laut Angaben des Herstellers Verificient Technologies "weltweit erste automatische Fern-Aufsichts-Lösung" soll Universitäten helfen, Betrugsversuche bei Online-Kursen bzw. -Prüfungen zu verhindern und damit auch letztlich den Wert und das Ansehen solcher Online-Studiengänge verbessern. Aktuell zum Einsatz kommt die Software etwa bereits an der Rutgers University im US-Staat New Jersey - sehr zum Leidwesen vieler Studenten dort, die sich durch die Anti-Schummel-Software in ihrer Privatsphäre verletzt fühlen.

Denn erst einmal auf dem Rechner eines Studenten installiert, überwacht Proctortrack via Webcam während der gesamten Prüfung dessen Verhalten. Ein Live-Bild sowie ein roter Rahmen weisen die Prüflinge darauf hin, dass sie unter Beobachtung stehen, wie die "New York Times" berichtet. Das Problem: Bereits das "Strecken, Wegschauen oder ein schnelles Bücken, um etwas aufzuheben, können eine Gefahr für das Bestehen des Tests darstellen", heißt es in den Richtlinien des Programms. Studenten müssten während der gesamten Prüfungszeit im Sichtradius der Webcam bleiben. Selbst kleine Veränderungen der Lichtverhältnisse könnten als Hinweis für einen Betrugsversuch gewertet werden.

Vielen Studenten geht das zu weit, zumal sie für die Überwachungssoftware auch noch zahlen sollen - umgerechnet immerhin 34 Euro. "Ich finde das schon ein bisschen exzessiv", zitiert die "New York Times" die Studentin Betsy Chao, die gegen Proctortrack eine Online-Petition startete - mit mäßigem Erfolg: Zwar ist die Verwendung der Software nun nicht mehr verpflichtend, wer sie allerdings nicht nutzen möchte, muss stattdessen eine menschliche Aufsicht beantragen. Die Kosten pro Prüfung: 40 Dollar (knapp 37 Euro).

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