23.03.2006 12:51 |

Episch

Onimusha: Dawn of Dreams

Als die Genma Dämonen und der böse Lord Nobunaga vernichtend geschlagen wurden, legten die Onimusha ihre Waffen nieder. Doch der große Frieden dauerte nur 15 Jahre… Japan im Jahre 1596: Neues Unheil zieht über das Land. Der neue Kaiser Hideyoshi lässt alle Kirschbäume entwurzeln und unter seiner Führerschaft kehrt die unbarmherzige Genma Armee zurück. Mal wieder müssen die Onimusha in die Schlacht ziehen, um die Welt vor dem Terror zu retten. Soweit die Geschichte von "Onimusha: Dawn of Dreams".

Die Onimusha-Saga geht in die nächste Runde und schon zu Beginn wird einem bewusst, dass hier vieles anders ist. So kommt "Dawn of Dreams" gleich auf zwei Silberscheiben daher - eine echte Seltenheit auf der Playstation. Nach einem wahrlich epischen Intro weiß der Spieler auch wieso: "Onimusha: Dawn of Dreams" strotzt nur so vor filmischen Zwischensequenzen. Minuten vergehen, ehe der Spieler ans Ruder darf...

Dann geht es aber auch gleich Schlag auf Schlag: Turmhohe Dämonen verbreiten Angst und Schrecken und natürlich kann nur ein wahrer Held sie zu Fall bringen. Ehe der Spieler begreift wie ihm geschieht, befindet er sich bereits in einem spektakulären Boss-Kampf. Und der hat es, wie viele Kämpfe in "Dawn of Dreams", in sich: Nur durch geschicktes Austeilen von Kombos und magischen Special-Moves, die an einer Mana-Leiste zehren, geht der Gegner in die Knie. Andernfalls sieht sich der Spieler relativ rasch über den Jordan gehen. Dankenswerterweise kann im Notfall aber wieder direkt vor dem Kampf eingestiegen werden.

Nach der ersten Aufregung kehrt ein wenig Ruhe ein und Soki, der erste Held der Geschichte, findet sich in seinem Quartier wieder. Ein kleiner japanischer Wichtel, der am liebsten kopfüber von der Decke baumelt, weist den Spieler in die wichtigsten Dinge ein, zum Beispiel in das sehr umfangreiche Shop-System, in dem der Spieler mit den zuvor gesammelten Seelen der bösen Untoten Waffen upgraden kann. Ebenso können mit eingesammelten Geld jede Menge Schwerter, Schusswaffen sowie magische Ketten und Ringe erstanden werden. Zu Guter letzt dürfen mit der gewonnenen Erfahrung noch Fertigkeiten ausgebildet werden. Das Aufrüsten der Charaktere im RPG-Stil macht jede Menge Spaß und verleiht dem Spiel wesentlich mehr Tiefe.

Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es schon wieder an die frische Luft. Hier begegnet Soki der jungen Jubei, die ihn zuerst ordentlich verdreschen will, sich dann aber dem Helden anschließt. Doch Jubei soll nicht die einzigste Wegbegleiterin bleiben: Insgesamt fünf Helden stehen dem Spieler in "Dawn of Dreams" zur Auswahl. Allesamt verfügen sie über unterschiedliche Fähigkeiten, die gekonnt eingesetzt werden müssen. So kann Jubei - leichtfüßig und klein wie sie ist - über dünne Balken balancieren oder durch kleine Löcher schlüpfen.

Der Spieler zieht nun immer mit zwei Begleitern durch die Landschaft, wobei per Tastendruck frei zwischen den Charakteren gewechselt werden kann. Der Computer übernimmt dabei die Steuerung der zweiten Figur. Der Spieler kann seine Kameraden aber nicht nur mit besseren Gegenständen ausrüsten, er kann ihnen auch Befehle erteilen (offensiv, defensiv, etc.). Allerdings folgen die Begleiter den Befehlen nur bedingt, denn beim Verlassen des Areals werden sämtliche Anweisungen aufgehoben.

Ansonsten laufen die Helden wüst-metzelnd durch die wunderschön animierten Landschaften, sammeln Geld und Seelen, rüsten auf oder knacken Rätsel. Denn besonders wertvolle Schatzkisten wollen per Denksportaufgabe geöffnet werden. Darüber hinaus gibt es noch Herausforderungen, in denen der Spieler zum Beispiel eine gewisse Anzahl Gegner in einer vorgegebenen Zeit erledigen muss. Kurzum: Für Abwechslung ist gesorgt. Die immer wieder auftauchenden Zwischenfilmchen sorgen für zusätzliche Atmosphäre.

Die Grafik von "Onimusha: Dawn of Dreams" lässt keine Wünsche offen. Einzig und allein die mittlerweile frei rotierbare Kamera macht Anstalten. Ansonsten sorgen jede Menge Effekte und Blitze für ein reges Bildschirm-Feuerwerk. Vor allem aber die Charaktere und deren Bewegungen sowie die Landschaften sind mit viel Liebe zum Detail animiert worden. Die Musik passt sich dem japanischen Geschehen perfekt an.

Fazit: "Onimusha: Dawn of Dreams" bietet feinste Hack'n'Slay-Kost mit jeder Menge Rollenspiel-Anleihen. Die überaus gelungene Optik und die epischen Zwischensequenzen sorgen selbst auf der leicht angestaubten PS2 für großes Kino. Einzig die nervige Kamera und der gesalzene Schwierigkeitsgrad sind verbesserungswürdig. Trotz allem: Nicht nur Fans dürfen bedenkenlos zugreifen.

Plattform: PS2
Publisher: Capcom
Krone.at-Wertung: 88%

von Sebastian Räuchle

Samstag, 08. Mai 2021
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