Mi, 17. Juli 2019
26.02.2015 22:00

Getürkte Zahlen

Norwegens katholische Kirche unter Betrugsverdacht

Wegen Betrugsverdachts hat die norwegische Polizei am Donnerstag den Sitz der katholischen Kirche in Oslo durchsucht. Die Diözese von Oslo, die alle Kirchendaten verwaltet, soll über mehrere Jahre hinweg die Zahl der Kirchenmitglieder künstlich aufgebauscht und auf diese Weise unrechtmäßig Millionenzuschüsse des Staates eingestrichen haben.

Zwischen 2010 und 2014 habe die Kirche 65.000 neue Mitglieder gemeldet und umgerechnet 5,84 Millionen Euro an zusätzlichen Zuschüssen erhalten, sagte die Rechtsvertreterin der Polizei, Kristin Rusdal, der Nachrichtenagentur AFP. Bei den vorgeblichen neuen Mitgliedern handelt es sich laut Rusdal aber vorwiegend um Einwanderer, deren Namen aus den Telefonbüchern entnommen wurden.

Bischof von Oslo steht unter Verdacht
Mit dieser Methode habe sich die Zahl der Katholiken in dem vorwiegend protestantischen Land binnen weniger Jahre von 67.000 auf 140.000 mehr als verdoppelt. Unter Verdacht stehen vor allem der Bischof von Oslo, Marcus Bernt Eidsvig (das Bild zeigt ihn 2005 in Österreich), sowie der Finanzverwalter der Diözese. Beide seien bereits von den Ermittlern vernommen worden, sagte Rusdal.

Eidsvig, der einige Zeit Novizenmeister des Stiftes Klosterneuburg war, bestätigt die Listenführung, weist aber unlautere Absichten von sich: "Wir wollten alle Katholiken auflisten, die für ein neues Leben nach Norwegen gekommen sind", sagte der Bischof am Dienstag der Zeitung "Dagbladet". "Das ist eine gewaltige Aufgabe, die teilweise auf falsche Weise realisiert wurde."

Anzeige kam von Kirchenangestelltem
Die Polizei hatte vergangene Woche aufgrund einer Anzeige eines Kirchenangestellten Ermittlungen aufgenommen. Schwerer Betrug kann in Norwegen mit Haftstrafen bis zu sechs Jahren geahndet werden, Organisationen drohen hohe Geldbußen.

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