Mo, 20. Mai 2019
22.02.2015 19:30

Neues Milliardenloch

Hypo-Krimi ein Schrecken ohne Ende?

Mit weiteren Kosten in der Höhe von "mehr als fünf Milliarden Euro" könnte die Hypo-Bad-Bank Heta wie berichtet in Kürze erneut Österreichs Steuerzahler belasten, meinen Bank-Insider. Dass dazu kein klares Dementi aus der Koalition kommt, ist nicht allzu beruhigend- immerhin sollte zeitgleich eine Steuerreform finanziert werden. Und es tauchte noch ein Problem auf. Wie viel Vermögen ist in der Nachfolge-Bank der Hypo-Alpe-Adria überhaupt noch vorhanden?

Diese Frage sollen derzeit Experten der Wirtschaftsprüfungsagenturen PwC (PricewaterhouseCoopers) und KPMG beantworten. Ein Bank-Insider hat krone.at und derStandard.at ein erstes Ergebnis zugespielt. Demnach müsste die "Zombie-Bank" Heta bereits am 6. März 450 Millionen Euro an Anleihen zurückzahlen und am 20. März nochmals 500 Millionen Euro. Der Informant: "Der zusätzliche Wertberichtigungsbedarf dürfte mehr als fünf Milliarden betragen. Die Veröffentlichung dieser Nachricht ist für Anfang März geplant."

Dass die Koalition beim Fall Hypo derzeit auf eine offensive Kommunikationsstrategie verzichtet, ist nachvollziehbar: Die neuen Heta-Kosten belasten den Staatshaushalt direkt. Und eigentlich wird derzeit ja an einer Entlastung des Steuerzahlers gebastelt.

ÖVP redet Drama klein, SPÖ betont "größtes Vertrauen"
So wird das mögliche Heta-Drama von der ÖVP kleingeredet. Inoffizielles Statement: "Noch sind die Prüfungen nicht beendet." Und aus der SPÖ heißt es lediglich, dass man "größtes Vertrauen in die Experten der Nationalbank" habe.

Stefan Petzner, der sich mit dem Fall Hypo seit Jahren beschäftigt, sieht noch ein Problem: "Ein möglicher Schuldenschnitt bei einer Eskalation könnte wirklich alle Gläubiger treffen. Die Glaubwürdigkeit des Finanzplatzes Österreich wäre dann unwiederbringlich geschädigt." Mit dem § 162 Absatz 6 existiere dazu ein "Hintertürchen" im Hypo-Verstaatlichungsgesetz.

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