05.03.2006 23:00 |

Boykott des Westens

Al-Kaida-Vize fordert Kampf der Hamas

Der stellvertretende Chef des Terrornetzwerks Al Kaida, Ayman al-Zawahiri, hat die radikale islamistische Palästinenserorganisation Hamas zur Fortsetzung ihres bewaffneten Kampfs gegen Israel aufgerufen. Die Hamas solle die bisherigen Friedensverträge zwischen Israel und den Palästinensern nicht akzeptieren, heißt es in einer vom arabischen TV-Sender Al Jazeera ausgestrahlten Videobotschaft.

"An die Macht zu kommen ist kein Selbstzweck ... und kein Palästinenser hat das Recht, auch nur ein Sandkorn des Bodens abzugeben", sagte Zawahiri. "Die Säkularisten in der palästinensischen Regierung haben Palästina für ein paar Brotkrumen verkauft ... Ihnen Legitimität zu verschaffen, ist gegen den Islam." Er bezog sich mit seinen Vorwürfen ausdrücklich auf die Friedensverträge von Oslo von 1993 und auf den jüngsten internationalen Friedensplan für Nahost. "Eure einzige andere Möglichkeit ist, den bewaffneten Kampf bis zur Befreiung Palästinas und der Gründung eines islamischen Staates fortzusetzen", betonte er.

Der Hamas-Funktionär Osama Hamdan bekräftigte in einer Stellungnahme zu dem Video, dass seine Organisation die Vereinbarungen mit Israel nicht akzeptiere. "Die Hamas-Bewegung wird die Palästinenser und die islamische Nation nicht verraten", erklärte Hamdan in Al Jazeera. "Es ist nicht falsch, Rat anzubieten, aber was wir wollen ... ist Unterstützung durch die Nation." Die Hamas hatte die Wahl mit 74 von 132 Abgeordnetensitzen gewonnen; die Fatah von Palästinenserpräsident Abbas stellt nur noch 45 Abgeordnete.

Zawahiri fordert Boykott westlicher Länder
Zawahiri rief die Moslems weiters dazu auf, die westlichen Länder wegen der Mohammed-Karikaturen zu boykottieren. "Wir betrachten die Veröffentlichung der Karikaturen als Teil eines Kreuzzuges gegen Moslems, den die Vereinigten Staaten anführen." Während es die betroffenen Länder nicht wagten, "an die jüdische Religion zu rühren oder die Judenvernichtung anzuzweifeln", hätten sie die Karikaturen veröffentlicht und sich nicht einmal dafür entschuldigt, sagte der Extremistenführer. "Wie können sie es wagen, unsere Länder zu besetzen, unsere Religion und unseren Propheten zu beleidigen und uns hinterher Vorträge über Meinungsfreiheit zu halten."

USA setzt Kopfgeld aus
Die Vereinigten Staaten haben ein Kopfgeld in Höhe von 25 Millionen Dollar (20,8 Millionen Euro) auf Zawahiri ausgesetzt. Sie sehen in ihm den Chefideologen von Al Kaida. Gemeinsam mit dem Anführer der Terrororganisation, Osama bin Laden, soll der in Ägypten geborene Arzt der intellektuelle Wegbereiter der Terroranschläge auf das World Trade Center und das US-Verteidigungsministerium am 11. September 2001 gewesen sein.

USA, UNO, EU und Russland, die gemeinsam das "Nahost-Quartett" bilden, haben die Hamas aufgefordert, das Lebensrecht Israels sowie alle bisherigen Übereinkünfte zwischen Israel und den Palästinensern anzuerkennen und der Gewalt abzuschwören. Die Organisation ist für zahlreiche Terroranschläge gegen Ziele in Israel verantwortlich, dessen Vernichtung sie sich auf die Fahnen geschrieben hat.