Großer Stromausfall

Wenn nichts mehr geht: Rotes Kreuz übt Blackout

Steiermark
06.11.2026 15:26

Wie funktioniert eine Rettungsorganisation bei einem großflächigen Stromausfall in der Steiermark? Dafür trainiert das Rote Kreuz seit Freitagvormittag bei der bislang größten Übung zu diesem Thema. 

Plötzlich gehen die Lichter aus. Das Mobilfunknetz bricht zusammen. Spitäler laufen nur mehr mit Notstrom. Tankstellen sind außer Betrieb. Ein großflächiger Stromausfall – ein Blackout – ist eingetreten. Für dieses Szenario trainiert das steirische Rote Kreuz seit Freitagvormittag 24 Stunden lang gemeinsam mit der Landeswarnzentrale und Spitälern. Denn Rettungsdienst und medizinische Versorgung müssen auch im Krisenfall funktionieren.

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In den letzten Jahren haben wir viel investiert. Unser Konzept ist jetzt ausgelegt auf 72 Stunden garantiertes Durchhaltevermögen. 

Peter Hansak, Landesrettungskommandant

Kommunikation ist mehrfach abgesichert
Das erfordert vor allem klare Abläufe und Koordination. „Zuerst werden 6500 Sanitäter alarmiert und müssen ihre Dienstbereitschaft einmelden“, schildert Landesrettungskommandant Peter Hansak den Übungsablauf. Dann beginnt im Krisenstab die Planung. Ein zentraler Punkt ist dabei die Kommunikation, die durch mehrere voneinander unabhängige Systeme gesichert ist. Bei der Übung wird erstmals ein neues Funksystem verwendet.

Ein Lkw fungiert als mobile Tankstelle und beliefert Ortsstellen mit Diesel.
Ein Lkw fungiert als mobile Tankstelle und beliefert Ortsstellen mit Diesel.(Bild: Christian Jauschowetz)

„Jede steirische Rotkreuz-Dienststelle ist inzwischen notstromversorgt und mit Tanklagern ausgestattet“, sagt Landesgeschäftsführer Helmut Schellnegger. Die koordinierte Belieferung dieser Tanks wird bei der Übung praktisch mittrainiert, ebenso die Verteilung wichtiger Lebensmittel und Güter. „Unser Konzept ist auf 72 Stunden garantiertes Durchhaltevermögen ausgelegt“, sagt Peter Hansak.

Neben Notfällen müssen bei Blackouts etwa auch Dialysefahrten erledigt werden. Und was macht man in einem Notfall, wenn das Handynetz „tot“ ist? Das Rote Kreuz betont die Bedeutung von Nachbarschaftshilfe, im Idealfall durch medizinische Fachkräfte im Umfeld. Zudem gibt es im Blackout-Fall in jeder Gemeinde „Leuchttürme“, etwa bei Feuerwehren, mit Notstrom und Funkverbindung. 

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