Suchtproblem

Kokainkonsum in Europa nimmt zu

Ausland
01.03.2006 11:04
Kokain wird in Europa offenbar immer populärer. Ein aktueller Bericht des Internationalen Suchtmittelkontrollrats der UNO (INCB) zeigt, dass die Zahl der Aufgriffe der Droge im Vorjahr weiterhin zunahm. Auch Heroin bleibt ein Thema. Der Großteil der Opiate kommt aus Afghanistan, wo zur Erzeugung der Droge immer noch im großen Stil Schlafmohn angebaut wird.

"Kokain ist heute eines der größten Probleme in Europa", erklärte INCB-Präsident Hamid Ghodse im Wiener UNO-Sitz am Dienstag. Obwohl genaue Untersuchungen fehlen, deuten große Aufgriffe wie etwa in Spanien, wo 2005 bei einem einzelnen Fund 5,4 Tonnen beschlagnahmt wurden, auf steigenden Konsum hin. Ein Indiz ist ebenso die steigende Zahl von Therapien auf Grund von Kokainsucht.

Die Verbreitung der Droge nahm bei jungen Leuten vor allem in Dänemark, Deutschland, Spanien und Großbritannien zu. Betroffen sind auch Teile Österreichs, Griechenlands, Irlands und Italiens.

Weiteres Problem: Heroin
Ein großes Problem stellt weiterhin Heroin dar: Der geschätzte Bedarf an der Substanz in Europa beträgt laut INCB-Schätzungen 170 Tonnen, die Hälfte davon entfällt auf West- und Zentraleuropa. Der Großteil stammt aus Afghanistan, wo trotz angekündigter Maßnahmen der Anbau nach wie vor im großen Stil betrieben wird.

Probleme sieht der Suchtmittelkontrollrat auch durch den steigenden Versand von Medikamenten über das Internet. Neben illegalen Produkten wie Ecstasy werden auch erlaubte pharmazeutische Produkte online bestellt und per Post zugestellt, so das INCB.

Illegale Droge Nummer eins bleibt weiterhin Cannabis: Rund 30 Millionen konsumieren die Droge in den EU-Staaten, Liechtenstein, Norwegen und in der Schweiz.

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