16.01.2015 16:56 |

Schlief in Lokal

Flüchtiger Schüler hatte IS-Material im Gepäck

Die Großfahndung nach den ausgerissenen Schülern aus St. Pölten - wir berichteten - ist zu Ende: Der 14 Jahre alte Terrorverdächtige und sein zwölfjähriger Begleiter gingen Freitag früh in Wien-Mariahilf der Polizei ins Netz. Die Buben saßen in einer Fast-Food-Filiale seelenruhig schlafend an einem Tisch - im Gepäck des 14-Jährigen entdeckte die Polizei IS-Propaganda-Material.

Sie schliefen auf öffentlichen WC-Anlagen und auf dem Dach eines Supermarktes - so zumindest die Angaben der seit Tagen gesuchten Schüler aus St. Pölten. Die beiden Burschen - der 14-jährige Türke und der Zwölfjährige aus Afghanistan - waren seit Dienstag bzw. Mittwoch spurlos verschwunden. In der Nacht zum Freitag allerdings machten sie eine wohlig warme Fast-Food-Filiale auf der Wiener Mariahilfer Straße zu ihrem Nachtlager - ein Fehler.

Zeugen erkannten nämlich die Gesuchten und alarmierten die Polizei. Minuten später - gegen 7 Uhr - wurden die Burschen von Beamten der Bereitschaftseinheit aus den Träumen gerissen und festgenommen. Mit im "Reisegepäck": Dschihad-Propaganda und IS-Material.

U-Haft über Schüler verhängt
Der 14-Jährige (er wurde Ende Oktober aufgrund eines geplanten Bombenanschlags auf den Wiener Westbahnhof verhaftet und zwei Wochen später auf Bewährung freigelassen) wanderte zurück in die Justizanstalt. Über ihn wurde am Freitagnachmittag wegen Flucht- und Tatbegehungsgefahr die U-Haft verhängt. Der Zwölfjährige hingegen wurde seinen Eltern übergeben. Bei ihm gebe es keine Hinweise auf terroristische Verbindungen, wie es offiziell heißt.

Warum die beiden ausgerissen sind, was sie eigentlich geplant hatten, ist noch unklar. Die Einvernahmen laufen. Dass sie, laut eigenen Angaben, zu niemandem Kontakt hatten, wollen die Ermittler nicht so recht glauben...

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