Für kommendes Jahr gehen Experten von einem Prozent Wirtschaftswachstum in Tirol aus. Reformen für eine bessere Wettbewerbsfähigkeit seien dringender denn je.
Zuerst die Corona-Pandemie, dann der Krieg in der Ukraine und anschließend die Konflikte im Nahen Osten. All das war und ist eines für die Wirtschaft: pures Gift. Das zeigte sich auch beim Wirtschaftsrück- und Ausblick der Tiroler Industriellenvereinigung (IV) und der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG (RLB). Demnach hat sich der im Vorjahr begonnene und hart erarbeitete Industrieaufschwung verlangsamt, während die Rezession in der Bauwirtschaft in das achte Jahr in Folge geht. Parallel dazu bleibt die Dienstleistungsschwäche ein wesentliches Merkmal.
Wachstum heuer bei 0,7 Prozent
Zudem nehmen die Risiken in Bezug auf die bisherige Widerstandsfähigkeit der Euro-Wirtschaft gegenüber den Energiepreisanstiegen zu. Insgesamt wird Österreichs Wirtschaft heuer nur um 0,7 Prozent wachsen. Für das nächste Jahr gehen die Experten sowohl für Österreich als auch für Tirol von einem realen Wirtschaftswachstum von rund einem Prozent aus, wobei besonders die Industrie mit rund zwei Prozent deutlich stärker wachsen dürfte.
Zwei Faktoren stören größeres Plus
Zwei Dinge sind es, die einem höheren Wachstum einen Strich durch die Rechnung machen: einerseits die gesunkene Profitabilität der heimischen Unternehmen, andererseits der Umstand, dass von den Kredit- und Finanzierungskonditionen kaum Rückenwind für die Investitionen zu erwarten ist. Zur Verhinderung von Zweitrundeneffekten bei der Inflation gehen die Experten davon aus, dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen in den kommenden Monaten noch zweimal anheben dürfte.
Angesichts dessen seien nachhaltige Reformen zur Verbesserung der Investitions- und Wettbewerbsbedingungen hierzulande dringender denn je.
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