Die Zufriedenheit mit dem Zuhause ist groß, die Kostensorgen sind es ebenso: Zwei Drittel der Eigenheimbesitzer in Niederösterreich könnten sich ihre Immobilie heute in derselben Form nicht mehr leisten. Auch viele Menschen mit Kauf- oder Bauplänen zweifeln an der Finanzierung.
Das Haus steht, der Wohntraum ist erfüllt. Doch müsste man heute nochmals anfangen, würde das Geld nicht reichen: So schätzen zwei Drittel der Eigenheimbesitzer in NÖ ihre Lage ein. Das zeigt das Immobilienbarometer des Meinungsforschungsinstituts IFDD, das im Auftrag der Hypo NÖ Ende August 1000 Menschen befragt hat. Dabei sind 92 Prozent mit ihrer Wohnsituation sehr oder eher zufrieden. 61 Prozent leben im eigenen Haus, acht Prozent in einer Eigentumswohnung.
Baukosten als größte Hürde
Jene Eigentümer, die sich ihre Immobilie heute nicht mehr leisten könnten, nennen vor allem gestiegene Baukosten als Grund. Dahinter folgen höhere Immobilienpreise und Finanzierungskosten. Insgesamt halten 88 Prozent der Befragten die Baukosten für zu hoch.
Auch künftige Eigentümer zweifeln: 63 Prozent der Befragten mit kurz- oder langfristigen Immobilienplänen fürchten, ihren Wohntraum nicht verwirklichen zu können. Nur 24 Prozent bleiben zuversichtlich. Diese Gruppe setzt vor allem auf kleineres Bauen oder Kaufen, mehr Eigenleistung und Unterstützung durch die Familie.
Photovoltaik und Wärmepumpen gefragt
Trotz der Kostensorgen wollen viele in klimafitte Immobilien investieren: Unter Eigentümern und Menschen mit Kauf- oder Bauplänen für die nächsten vier Jahre planen 51 Prozent sicher oder wahrscheinlich Ausgaben für erneuerbare Energien, Energieeffizienz oder eine neue Heizung. Von diesen Investitionswilligen setzen 68 Prozent auf Photovoltaik und 51 Prozent auf eine Wärmepumpe.
Wie der Wohntraum leistbar bleiben soll
Der Wunsch nach Eigentum bleibt jedenfalls bestehen: Von jenen, die ihren Eigenheimtraum noch nicht erfüllt haben, wollen 33 Prozent innerhalb der nächsten vier Jahre kaufen oder bauen. Weitere 36 Prozent haben langfristige Pläne.
Dass viele Menschen trotz hoher Zufriedenheit um ihren Wohntraum bangen, beschäftigt auch die Politik. „Gerade junge Menschen und Familien brauchen realistische Chancen, sich hier langfristig ein eigenes Zuhause aufzubauen“, betont Landesrat Anton Kasser. Dafür müsse weiterhin ausreichend leistbarer, geförderter und qualitätsvoller Wohnraum geschaffen werden.
Viele Wohnprojekte erscheinen auf den ersten Blick schwieriger, als sie tatsächlich sind.
Wolfgang Viehauser, Vorstand der Hypo NÖ
Neben den Preisen können auch Unsicherheiten bei der Finanzierung zur Hürde werden. 80 Prozent aller Befragten haben sich noch nicht bei einer Bank über einen Immobilienkredit informiert. Genannt werden unter anderem fehlende Eigenmittel, Zweifel an den Kreditkriterien und Angst vor einer Ablehnung.
Hypo-NÖ-Vorstand Wolfgang Viehauser empfiehlt deshalb, die eigenen Möglichkeiten frühzeitig prüfen zu lassen. „Mit einer guten Planung, einer passenden Finanzierung und der Nutzung vorhandener Förderungen lassen sich oft Wege finden, die zuvor nicht sichtbar waren“, erklärt er.
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