Statt eines Neubaus um 180 Millionen Euro soll das Steuergeld für die Sanierung privater Objekte genutzt werden. Obwohl Experten davon abrraten. Die FPÖ übt scharfe Kritik.
Der vierteljährlich stattfindende Austausch zwischen den MCI-Verantwortlichen und seinen Trägern – Land Tirol, Stadt Innsbruck, AK, WK, IV und Universität – am Donnerstag brachte das erwartete Ergebnis: Wir bleiben stur und halten entgegen der Expertenmeinung an der Sanierung anstatt eines Neubaus fest! 250 Millionen Euro für einen MCI-Campus seien einfach zu viel. Dass man den Campus – ebenfalls laut Experten – jedoch um 180 Millionen Euro bauen kann, wird ignoriert!
Das alles ist ein Schildbürgerstreich erster Klasse und eine Schande für den Wissenschafts- und Bildungsstandort Tirol

FP-Chef Markus Abwerzger
Bild: Johanna Birbaumer
Wie auch immer! Scharfe Kritik kam am Tag nach dem Treffen von der Freiheitlichen. Kritisiert wird erneut, dass in den letzten zehn Jahren 13 Millionen Euro Steuergeld in den Sand gesetzt wurden. „Statt endlich ernsthaft über einen modernen Campus zu sprechen, werde jede Neubau-Debatte abgewürgt“, ärgert sich FPÖ-Chef Markus Abwerzger. Besonders hart geht er mit WK-Präsidentin Barbara Thaler ins Gericht: „Was ist unter Thalers Führung nur aus der Tiroler Wirtschaftskammer geworden? Wenn eine Kammerpräsidentin die ÖVP-Parteiräson über die wirtschaftlichen Interessen des Landes stellt, dann ist die Führung zu hinterfragen. Die Absolventen, von denen ein erheblicher Teil dauerhaft als Fach- und Führungskräfte am Tiroler Arbeitsmarkt bleibt, müssen unter diesen Bedingungen ausgebildet werden. Das ist schlichtweg unverantwortlich!“ Auch deswegen, weil man hinter dem Rücken des Landeshauptmannes den MCI-Verantwortlichen stets auf die Schulter klopft und ihnen sagt, wie wichtig der MCI-Neubau eigentlich sei
„Millionen in den Sand gesetzt“
In Summe sei die MCI-Neubaudebatte eine Schande für den Wissenschafts- und Bildungsstandort Tirol. „Zehn Jahre lang ist man hinter einem Neubau gestanden und hat Millionen in den Sand gesetzt. Jetzt geht die VP-SP Regierung her, stoppt das Projekt und will ab 2027 nur noch sanieren und adaptieren. Statt eines modernen Campus erfolgt eine Zerstückelung auf vier zum Teil private Standorte – und die Tiroler Wirtschaft begrüßt diesen Irrsinn auch noch“, so Abwerzger. Er kritisiert, dass LH Anton Mattle lieber jährlich rund zehn Millionen Euro Miete zahle, als um weniger Geld eine nachhaltige Lösung zu schaffen.
Steuergeld sollte sinnvollerweise in öffentliches Eigentum fließen, das auch künftigen Generationen zugutekommt. Nicht in sündteure Mietverpflichtungen.“

DNI-Stadtrat Markus Stoll
Bild: Christof Birbaumer
Scharfe Kritik kommt auch vom ÖVP-Ableger DNI (Das Neue Innsbruck). „Der Verzicht auf einen zweckmäßigen Neubau wird die öffentliche Hand über die Jahre sehr teuer zu stehen kommen. Letztlich werden wohl mindestens 150 Millionen Euro Steuergeld in die Adaptierung von Privatgebäuden fließen. Das Land Tirol wird damit dauerhaft Bittsteller sein. Das versteht in der Bevölkerung inzwischen keiner mehr“, so DNI-StR Markus Stoll.
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