45.000 ¿ Beute

Bankräuber saß schon 14 Jahre hinter Gittern

Oberösterreich
24.02.2006 10:54
Vierzehn Jahre hinter Gittern hatten ihn nicht geläutert: Kurt Leitinger (43) aus Bad Hall soll vor zehn Tagen die VKB in Steyr-Neulust überfallen haben. Es gilt die Unschuldsvermutung: Doch weil Leitinger fast alles so gemacht hatte, wie bei einem Banküberfall zwölf Jahre zuvor auf ein Linzer Geldinstitut, beschatteten ihn die Kriminalisten schon drei Tage nach dem Steyrer Coup, verhafteten ihn aber erst jetzt. Da war bereits die Hälfte der erbeuteten 45.000 Euro weg…

Leitinger hatte 1984 erstmals die Gerichtsseiten der „Krone“ mit seinem Konterfei geziert: Damals fasste der gebürtige Waldneukirchner in Salzburg vier Jahre „Häfn“ aus, weil er mit einem Komplizen einen 24-Jährigen überfallen, gewürgt und beraubt hatte. 1994 sorgte Leitinger erneut für Schlagzeilen: Diesmal las er in der Zeitung von einem Überfall auf die Raika in der Linzer Franckstraße. Und obwohl sein „Vorbild“ dafür acht Jahre kassierte, raubte auch Leitinger am 9. Februar 1994 kurz nach 8 Uhr früh dieselbe Filiale aus.

510.000 Schilling Beute
Er nahm eine Angestellte in den Schwitzkasten und bedrohte sie mit dem Messer. Nachdem er die Frau in den Tresorraum eingesperrt hatte, flüchtete Leitinger mit 510.000 Schilling Beute. Er flog auf, weil er plötzlich eine Autoreparatur und Schulden bezahlen konnte. Das Urteil für den damals siebenfach Vorbestraften: insgesamt zehn Jahre Gefängnis.

„Brave Phase“ nach zwei Jahren vorbei
Am 5. Februar 2004 wurde Kurt Leitinger entlassen, wohnte zuletzt in Bad Hall und arbeitete als Hilfsarbeiter in Kremsmünster. Nach zwei Jahren war die „brave Phase“ vorbei: Laut den Ermittlern des Landeskriminalamts überfiel Leitinger am 14. Februar die VKB-Filiale in Steyr-Neulust. Und machte fast alles wie gehabt - nur eben zwölf Jahre später: Wieder schlug er schon gegen 8 Uhr früh zu, setzte der Angestellten Maria Kopf (51) ein Messer an und sperrte sie in den Tresorraum. Diesmal erwischte Leitinger 45.000 Euro, die er wieder in einem Plastiksackerl in einem Kasten in seiner Wohnung versteckte.

Der einfallslose Wiederholungstäter wurde schon drei Tage nach dem Coup observiert. Er kaufte sich einen alten Mercedes, zahlte Schulden ab. Aber erst nach sechs Tagen schlugen die Kriminalisten zu, eine Cobra-Einheit verhaftete Leitinger. Da war die Hälfte der Beute schon weg. Der Verdächtige gestand. Sein Motiv: Drückende Schulden, die er schon 1994 angehäuft hatte und niemals abstottern konnte. Kurt Leitinger wurde in die Justizanstalt Steyr eingeliefert.

 

 

 

Foto: Erich Petschenig 

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Oberösterreich
24.02.2006 10:54
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung