Leitinger hatte 1984 erstmals die Gerichtsseiten der „Krone“ mit seinem Konterfei geziert: Damals fasste der gebürtige Waldneukirchner in Salzburg vier Jahre „Häfn“ aus, weil er mit einem Komplizen einen 24-Jährigen überfallen, gewürgt und beraubt hatte. 1994 sorgte Leitinger erneut für Schlagzeilen: Diesmal las er in der Zeitung von einem Überfall auf die Raika in der Linzer Franckstraße. Und obwohl sein „Vorbild“ dafür acht Jahre kassierte, raubte auch Leitinger am 9. Februar 1994 kurz nach 8 Uhr früh dieselbe Filiale aus.
510.000 Schilling Beute
Er nahm eine Angestellte in den Schwitzkasten und bedrohte sie mit dem Messer. Nachdem er die Frau in den Tresorraum eingesperrt hatte, flüchtete Leitinger mit 510.000 Schilling Beute. Er flog auf, weil er plötzlich eine Autoreparatur und Schulden bezahlen konnte. Das Urteil für den damals siebenfach Vorbestraften: insgesamt zehn Jahre Gefängnis.
„Brave Phase“ nach zwei Jahren vorbei
Am 5. Februar 2004 wurde Kurt Leitinger entlassen, wohnte zuletzt in Bad Hall und arbeitete als Hilfsarbeiter in Kremsmünster. Nach zwei Jahren war die „brave Phase“ vorbei: Laut den Ermittlern des Landeskriminalamts überfiel Leitinger am 14. Februar die VKB-Filiale in Steyr-Neulust. Und machte fast alles wie gehabt - nur eben zwölf Jahre später: Wieder schlug er schon gegen 8 Uhr früh zu, setzte der Angestellten Maria Kopf (51) ein Messer an und sperrte sie in den Tresorraum. Diesmal erwischte Leitinger 45.000 Euro, die er wieder in einem Plastiksackerl in einem Kasten in seiner Wohnung versteckte.
Der einfallslose Wiederholungstäter wurde schon drei Tage nach dem Coup observiert. Er kaufte sich einen alten Mercedes, zahlte Schulden ab. Aber erst nach sechs Tagen schlugen die Kriminalisten zu, eine Cobra-Einheit verhaftete Leitinger. Da war die Hälfte der Beute schon weg. Der Verdächtige gestand. Sein Motiv: Drückende Schulden, die er schon 1994 angehäuft hatte und niemals abstottern konnte. Kurt Leitinger wurde in die Justizanstalt Steyr eingeliefert.
Foto: Erich Petschenig
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