So, 21. Oktober 2018

Mega-Bauprojekt

25.12.2014 09:52

Gewalt bei Protesten gegen Nicaragua-Kanal

Bei gewaltsamen Protesten gegen den umstrittenen Nicaragua-Kanal sind mindestens 21 Menschen verletzt und Dutzende weitere festgenommen worden. Der Anführer der Proteste im Bezirk Rio San Juan südlich der Hauptstadt Managua, Danilo Lorio, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch zudem, es habe auch zwei Tote gegeben. Die Polizei dementierte diese Angaben jedoch.

Eine Polizeisprecherin sagte dazu, es seien im Zuge der Proteste 33 Menschen festgenommen worden, außerdem habe es 21 Verletzte gegeben, jedoch keine Toten. Der Polizei zufolge waren unter den Verletzten 15 Beamte, von denen einer nach einer Schusswunde in Lebensgefahr schwebte. Hunderte Bauern demonstrierten seit Dienstag erneut gegen das größte Bauprojekt in Lateinamerika. Dabei sollen die Sicherheitskräfte laut Lorio Tränengas eingesetzt haben.

Am Montag war der Startschuss für den Nicaragua-Kanal gefallen. Die chinesische Betreibergesellschaft HKND (Hong Kong Nicaragua Development) will die 278 Kilometer lange Verbindung zwischen dem Pazifischen Ozean und der Karibik mithilfe von 50.000 Arbeitern einrichten. Der Kanal startet an der Brito-Mündung an der pazifischen Seite Mittelamerikas, führt über den Nicaraguasee und soll die Karibik an der Punta-Gorda-Mündung erreichen.

50 Milliarden Dollar für Projekt veranschlagt
Der Kanal soll 30 Meter tief sein und Schiffen bis zu einem Gewicht von 400.000 Tonnen Raum bieten. Für den Bau des Kanals sind 50 Milliarden Dollar eingeplant. Bei der Fertigstellung würde der Nicaragua-Kanal dem Panamakanal weiter südlich Konkurrenz machen, der seit einem Jahrhundert die einzige Abkürzung quer durch Mittelamerika bietet.

Präsident Daniel Ortega hofft auf zahlreiche Arbeitsplätze, um die Armut in dem Land zu mildern. Der Kanal weckt aber vor allem bei Naturschützern Sorge. Sie befürchten Verschmutzungen durch die Schifffahrt und eine Verunreinigung des Trinkwassers, da die Route auf einer Länge von gut 100 Kilometern durch den Nicaraguasee verläuft - das größte Süßwasserreservoir Zentralamerikas.

30.000 Menschen müssen umgesiedelt werden
Die Studien zur technischen Machbarkeit, zur Umweltbelastung und zu den finanziellen Aspekten des Großprojekts sind zum großen Teil nicht veröffentlicht worden. Es wird damit gerechnet, dass 30.000 Bauern und Ureinwohner umgesiedelt werden müssen.

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