Nach Krisengespräch

Jobs, Gemüse: Kampf um Ardo-Rettung geht weiter

Niederösterreich
07.10.2026 15:15

Die Sorge um Arbeitsplätze und Bauernfamilien in Niederösterreich geht weiter! Trotz des eiskalten Rückschlags – die Manager des Tiefkühlwerks in Groß-Enzersdorf bleiben stur – geben sich die Landwirte und Politiker nicht geschlagen.

Die Schließung des Tiefkühlwerkes im Marchfeld steht nach wie vor im Raum. Denn nach dem jüngsten Krisengespräch mit dem Ardo-Management ist die Ernüchterung groß. Doch Bund und Land geben nicht auf: Jetzt soll direkt mit den belgischen Eigentümern weiterverhandelt werden.

Harte Worte nach Krisengespräch
„Ardo lässt auf Management-Ebene bisher weiter jede Kompromissbereitschaft vermissen.“ Die Bilanz nach dem Gespräch von Agrarminister Norbert Totschnig, Landeschefin Johanna Mikl-Leitner, deren Stellvertreter Stephan Pernkopf und der blau-gelbe Landwirtschaftskammer-Vizepräsident Lorenz Mayr mit dem Ardo-Managern fällt entsprechend scharf aus.

„Ardo wird damit seiner Verantwortung gegenüber der Belegschaft, unseren Bäuerinnen und Bauern sowie den Konsumentinnen und Konsumenten nicht gerecht“, lautet der Vorwurf.

Geschlossene Front gegen Konzern – jetzt macht der NÖ-Gewerkschaftsbund mobil.
Geschlossene Front gegen Konzern – jetzt macht der NÖ-Gewerkschaftsbund mobil.(Bild: zVg)

Jetzt geht es nach Belgien
Aufgeben wird die österreichische Seite trotzdem nicht. Bund und Land wollen gemeinsam mit Landwirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Gewerkschaft und Wirtschaftskammer alle Möglichkeiten für eine Fortführung der Produktion ausschöpfen. Die weiteren Gespräche sollen rasch geführt werden. Die Unterstützungsangebote von Bundes- und Landesregierung bleiben aufrecht.

Jobs und Bauern betroffen
Denn hinter dem Standort stehen nicht nur die Beschäftigten. Zahlreiche Gemüsebauern haben ihre Produktion auf die Zusammenarbeit mit Ardo ausgerichtet. Ein Aus würde damit eine ganze regionale Wertschöpfungskette treffen.

Auch der ÖGB Niederösterreich (Foto oben) und SPÖ-Landesparteichef Sven Hergovich stellen sich hinter die Rettungsbemühungen und fordern den Erhalt von Produktion und Arbeitsplätzen.

Auch die Agrarspitzen im weiten Land geben sich jedenfalls kämpferisch: „Der Termin brachte keinen Durchbruch. Aber er ist auch kein Schlusspunkt: Jetzt müssen die belgischen Eigentümer zeigen, ob sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Für das Marchfeld geht es um Arbeitsplätze, Bauernhöfe und die Zukunft heimischer Gemüseproduktion“, heißt es.

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