Sa, 23. Juni 2018

Anonymer Hinweis

22.12.2014 11:58

Tor-Netzwerk befürchtet Angriff auf seine Server

Das Anonymisierungsnetzwerk Tor könnte schon bald außer Gefecht gesetzt werden: Man habe Hinweise auf eine bevorstehende Beschlagnahmung wichtiger Server erhalten, so Projektleiter Roger Dingledine in einem Blogeintrag. Wer diese durchführen soll, verrät Dingledine nicht. Man habe zwar mehr Details, wolle diese zum Schutz des Informanten aber nicht veröffentlichen. Nutzer mutmaßen, dass das FBI, welches in der Vergangenheit schon mehrfach gegen den Dienst agierte, hinter dem Angriff auf die Tor-Infrastruktur stecken könnte.

Dingledine zufolge könnte schon in den nächsten Tagen eine Offensive gegen das Anonymisierungsnetzwerk erfolgen, in deren Rahmen zentrale Verwaltungsserver, die sogenannten Directory Authorities, vom Netz genommen werden sollen. Dingledine versicherte jedoch, dass das Tor-Netzwerk und seine Nutzer weiterhin sicher seien. Spekulationen dieser, die Server-Beschlagnahmung könnte im Zusammenhang mit dem jüngst erfolgten Hackerangriff auf Sony Pictures stehen, widersprach Dingledine.

Der Tor-Chef verwies bei der Gelegenheit auf die Wichtigkeit des Anonymisierungsdienstes. "Das Tor-Netzwerk bietet einen sicheren Zufluchtsort vor Überwachung, Zensur und der Ausbeutung privater Daten für Millionen von Menschen, die in unterdrückerischen Regimes leben, beispielsweise Menschenrechtsaktivisten in Ländern wie Iran, Syrien und Russland", betonte Dingledine und wehrte sich damit gegen den Vorwurf des Missbrauchs des Tor-Netzwerks durch Cyberkriminelle.

Das Anonymisierungsnetzwerk Tor erlaubt Internetnutzern, ihre Spuren zu verschleiern. Vielen Geheimdiensten und Behörden ist es deshalb ein Dorn im Auge. Im Sommer war bekannt geworden, dass der US-Geheimdienst NSA gezielt Menschen ins Auge fasst, die sich für Anonymität im Internet einsetzen, darunter auch Unterstützer des Tor-Netzwerks.

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