Forschung, die das Leben leichter macht: Auch heuer wurden die Wissenschaftspreise des Landes Niederösterreich von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner feierlich vergeben.
Um jene zu würdigen, die mit Leidenschaft exzellent forschen und andere ebenfalls dazu ermutigen, wurde der Wissenschaftspreis 1964 erstmals initiiert, erklärt Landesvize Stephan Pernkopf. Unter den heurigen Preisträgern sind dabei auch Prof. DDr. Johann Georg Danzl vom ISTA Klosterneuburg und Prof. Dr. Georg Gübitz.
Danzl und sein Team am ISTA Klosterneuburg entwickelten eine neue Mikroskopiemethode, die eine Vergrößerung von Hirngewebeproben um das 16-fache ermöglicht. Georg Gübitz widmet sich der umweltfreundlichen Verarbeitung und des Recyclings von Polymeren, also Kunststoffen. Er leitet das in Tulln beheimatete Forschungsinstitut für Agrarbiotechnologie der BOKU Wien. Die „Krone“ hat die Wissenschafter zum Interview gebeten:
Gab es in Ihrer Forschung Momente, in denen Sie genauer hinsehen wollten?
Johann Georg Danzl: Es fasziniert mich nachzudenken, welche Art von Information wir über ein Organ brauchen, um es besser zu verstehen und so biologische und medizinische Fragen besser zu beantworten.
Welche neuen Einblicke in das Gehirn ermöglicht die Mikroskop-Methode?
Johann Georg Danzl: Im Gehirn sind Milliarden von Nervenzellen miteinander verbunden. Jetzt kann diese Struktur abgebildet werden – von der Anordnung der Zellen bis zu den einzelnen Verbindungen. Dadurch erhält man viel bessere Informationen über die Funktion des Gehirns. Das dient der Erforschung von ganz unterschiedlichen Gehirnerkrankungen.
Was würden Sie jungen Forschenden mitgeben?
Johann Georg Danzl: Immer wieder neugierig sein, darüber nachdenken, wie man das Unmögliche möglich machen könnte.
Warum sind sie Forscher geworden?
Georg Gübitz: Um die Natur zu verstehen und dieses Wissen in nachhaltige Innovationen für Gesellschaft, Umwelt und Industrie umzusetzen. Ich möchte dazu beitragen, dass unsere Alltagsprodukte wieder recycelt werden und wertvolle Biomasse aus der Natur vollständig genutzt wird.
Welches Rätsel würden Sie gern entschlüsseln?
Georg Gübitz: Ich träume davon, die noch verborgenen Prinzipien der Natur besser zu verstehen und dieses Wissen zu nutzen, um effizientere und umweltfreundlichere Technologien zu entwickeln. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass künftig nicht allein der Preis, sondern auch der ökologische Wert entscheidet.
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