„Das können sich Investoren hinter die Ohren schreiben: Tirol ist kein Investment-Fonds!“ , gibt sich Tiroler SPÖ ein Jahr vor der Landtagswahl kämpferisch und verweist auf ein breites rechtliches Instrumentarium, das man voll ausschöpfen werde. Wirtschafts-LR Gerber (VP) wundert sich über Innsbruck.
Rund 35 Millionen Euro investiert die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft BWG in die Nachverdichtung des bestehenden Wohnquartiers im Bereich Knoller-/Hörmann-/Hunoldstraße in Innsbruck. Ein Gutteil des Altbestandes wurde abgerissen, 75 Mieter einvernehmlich abgesiedelt – und das in Covid-Zeiten. Insgesamt entstanden in mehreren Bauphasen 158 leistbare Wohnungen und 15 betreute Wohneinheiten, Geschäftslokale und ein Stützpunkt für den Arbeiter-Samariterbund. Ein Teil der Wohnungen ist laut BWSG für neue ÖBB-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vorgesehen.
Fassadenbegrünungen, Fotovoltaikanlagen auf den Dächern, großzügige Fahrradabstellplätze sowie 283 Auto-Stellplätze in der Tiefgarage stehen in Summe in den drei Baukörpern mit rund 11.000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Ein Mega-Wohnblock also, der alle Stückerln spielt – inklusive niedriger Betriebskosten, weil überschüssiger PV-Strom den Mietern zur Verfügung gestellt wird. Monatliche Ersparnis: 30 Euro.
Baulärm ist ein schöner Lärm für Politiker, die für Wohnen zuständig sind.
Lienzer Bürgermeister und LT-Vizepräsidentin Elisabeth Blanik
„Baulärm ist schön!“
Den Rohbau des Bauteils A nutzten SP-Chef Philip Wohlgemuth, LT-Vizepräsidentin Elisabeth Blanik und SPÖ-Stadtparteiobmann Benjamin Plach gestern für einen „Kampagnentag“. „Baulärm ist ein schöner Lärm für Politiker, die für Wohnen zuständig sind“, sagte Blanik. Wohlgemuth kam dann gleich zur Sache: „Das können sich Investorinnen und Investoren hinter die Ohren schreiben: Tirol ist kein Investment-Fonds, sondern zum Wohnen da“, ließ er Wahlkampftöne anklingen. Freizeitwohnsitz-Abgabe, Verschärfungen bei Kurzzeitvermietung, Baulandabgabe, Vorbehaltsflächen: „Das gesamte rechtliche Instrumentarium wird genutzt, um Wohnen leistbar zu machen“, betonte die SP-Spitze. Die Bauland-Abgabe kommt zwar erst 2032, „aber allein die Botschaft lässt die Leute nachdenken“, ist Blanik überzeugt.
Disput um Kartenzahlung in öffentlichen Bussen
Schrittweise Kartenzahlung in Bussen führt der Verkehrsverbund Tirol VVT ein – die „Krone“ berichtete. Bis 2030 soll die Digitalisierung in Bussen flächendeckend angekommen sein. Mario Gerber, Wirtschafts-LR und VP-Stadtparteiobmann in Innsbruck, hat da so seine Zweifel: „JVP-Stadtobfrau Sophia Quirchmair hatte zuletzt auf das Problem aufmerksam gemacht, dass in Innsbrucks Öffis seit 2020 kein direkter Ticketkauf mehr möglich ist. Sie forderte ein Pilotprojekt für kontaktloses Bezahlen (,Tap and Go’) in Bussen und Straßenbahnen. Die IVB zeigen sich bislang aber nicht bereit, dem Wunsch nach einer niederschwelligen Kartenzahloption nachzukommen“, kritisiert Gerber.
Wenn die IVB „weiter Uneinsichtigkeit bei diesem Thema“ zeigten, müsse die Stadtregierung eine Lösung herbeiführen. „Unsere Meinung ist klar: Wenn im Rest von Tirol bargeldloses Zahlen möglich wird, muss das auch für die Landeshauptstadt Innsbruck gelten.“
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