Nach dem knappen Beschluss des Breitenfurter Gemeinderates für die Bebauung der Breiteneder-Wiese am Rande Wiens und der Aufhebung der Bausperre sagt Architekt Andreas Hawlik: „Jetzt geht‘s los!“ Im „Krone“-Gespräch schildert er nähere Details und will den Bürgern die Angst nehmen.
Die Bestürzung nach dem Gemeinderatsentscheid Montag Abend, die „Krone“ berichtete, war bei zahlreichen Breitenfurtern groß. Martin Jeschke, Obmann der Bürgerinitiative, spricht den Gegner der Bebauung der Breiteneder-Wiese aus der Seele: „Uns fehlt der Kompromiss.“ Nun sei man in der Besprechungsphase, welche weiteren Schritte man setzen werde. Für ihn hätte der Bebebauungsplan bürgerfreundlicher sein können. Seitens der Bürgerliste ZB lädt man kommenden Freitag, den 9. Oktober, ab 17 Uhr zum Mitreden ins Dorfcafé ein. Konkret heißt es: „Lasst uns gemeinsam über die Entscheidung, ihre Folgen und die nächsten Schritte sprechen.“
Raumordnungsrechtlicher Vertrag beschlossen
Architekt Andreas Hawlik bezieht genau dazu wenige Tage nach der Gemeinderatssitzung im „Krone“-Gespräch Stellung. Und er verweist auf den raumordnungsrechtlichen Vertrag zwischen Gemeinde und Grundstückseigentümerin, sowie darauf, dass alle Gutachten beachtet worden seien. Er meint: „Hier wurde ganz viel Politik mit Angst gemacht und diese ist ein schlechter Ratgeber. Die Bürger müssen keine Angst haben.“ Transparenz sei von Anfang an wichtig gewesen, wie man bei Versammlungen und Informationen an die Bevölkerung gezeigt habe.



Erst PVZ, dann Wohnungen
Jetzt käme zuerst das Primärversorgungszentrum (PVZ) mit einem frühestens Baubeginn im Sommer 2027, erst dann könnte die Einreichplanung für die ersten Wohnbauten erfolgen. Denn: Die Grundstückseigentümerin, die BIP-Immobilienverwaltung Gesellschaft m.b.H., hat sich im Raumordnungsvertrag verpflichtet, mit dem Bau von Wohnungen nicht vor Baubeginn des PVE zu starten. Daher steht der Zeitplan für die Errichtung der Wohnungen noch nicht fest. „Ziel ist es, möglichst rasch damit zu starten, da es aufgrund zahlreicher Anfragen offensichtlich Bedarf an modernen Wohnungen im Grünen gibt“, heißt es in einer Stellungnahme. Geförderte Wohnungen sind aus heutiger Sicht nicht vorgesehen.
Käfer und Naturdenkmal Eiche
„90 Prozent des Planungsprozesses liegen noch vor uns. Derzeit haben wir ein städtebauliches Konzept“, informiert Architekt Hawlik. Er versichert weiters: „Das Naturdenkmal, die Eiche, bleibt natürlich erhalten und wird während der Bauarbeiten geschützt.“ Auch die gefährdeten Käferarten bleiben in ihrem Lebensraum unberührt.Dazu heißt es im Biodiversitätskonzept von Thomas Proksch, Büro Land.in.Sicht: „Da es vorhabensbedingt zu keinen Interventionen in örtliche Alt- und Totholzstrukturen kommt, sind auch keine relevanten Wirkungszusammenhänge im Zusammenhang mit dem ggst. Vorhaben gegeben.“ Damit wird auch ein Punkt angesprochen, den Andreas Hawlik ebenfalls im Interview betont: Einige Randflächen des Grundstückes seien aufgrund des dichten Baumbestandes wieder zu Forstflächen geworden, die auch bleiben. Er nennt auch eine weitere Möglichkeit für die Gemeinde: Sie könne Grünflächen käuflich erwerben und für sich nutzen – zum Grünlandpreis.
In mehreren Baustufen sollen schrittweise 310 Wohnungen errichtet werden. Die Nachfrage danach ist schon jetzt gegeben. Die Planung wird laufend angepasst.

Andreas Hawlik, Hawlik Gerginski Architekten ZT GmbH
Bild: C 3/Hans Leitner
Maßnahmen gegen Hochwasser
Ebenfalls noch einzuholen sind die Hochwasserfreistellung und wasserrechtliche Bewilligung für Brücken und Bebauung der gelben Zone und die Landschaftsplanung ist zu beauftragten. Im Zuge dessen soll auch der Doktorbergbach, der jetzt unterirdisch in einem Rohr im angrenzenden Siedlungsgebiet verläuft saniert werden. Ebenfalls zu errichten wird eine Brücke über die Liesing sein, die dann als Zufahrt von der Hauptstraße aus gedacht ist.
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