„Graz spielt S. Reich“

24-Stunden-Festival für legendären Komponisten

Steiermark
29.09.2026 09:10

Maximaler Einsatz für Minimal Music: Das Grazer Studio Percussion widmet Steve Reich zu seinem 90. Geburtstag ein 24-Stunden-Festival und bespielt die steirische Landenshauptstadt von 0 bis 24 Uhr mit Musik des legendären Komponisten.

Kaum ein Komponist hat das 20. Jahrhundert so geprägt wie Steve Reich. Er ist ein Pionier der Minimal Music und hat mit dem „Phasing“ eine prägende Kompositionstechnik der Moderne entwickelt. „Das besondere an Reich ist, dass seine Musik bei aller Komplexität für den Hörer leicht zugänglich ist“, sagt Günther Meinhart.

„Prägende Begegnung“ mit dem Komponisten
Der Grazer hat mit seinem Studio Percussion immer wieder Reich auf die Bühne gebracht, nachdem er den Komponisten 1981 kennengelernt hatte: „Ich war mit ihm auf Tour. Das war eine prägende Begegnung“, sagt er. Über die Jahre ist auch Meinharts Sohn Raphael „hineingewachsen“ in diese Begeisterung – auf ihn geht auch die Idee zurück, Reich zum 90er am 3. Oktober ein 24-stündiges Festival zu widmen, mit dem man Graz vom Metahofpark bis zum Schloßberg bespielt.

Günther Meinhard von Studio Percussion.
Günther Meinhard von Studio Percussion.(Bild: NikolaMilatovic)

„Reich erzählt in seinen Werken Geschichten, die politischen und sozialen Tiefgang haben. Und wir wollten dafür besondere Aufführungsorte in Graz finden“, erklärt Meinhart. So startet man um 0 Uhr mit dem bahnbrechenden „4 Organs“ in der Herz-Jesu-Kirche, die man im Anschluss mehrere Stunden mit dem meditativen „Pendulum“ bespielt.

Vom Gerichtssaal bis zum Schloßberg
Auf dem Programm stehen auch Reichs „Different Trains“ am Ostbahnhof, das gigantische „City Life“ am Schloßberg oder das Tonbandstück „Come Out“ im Landesgericht für Strafsachen. Ein Jahr lang haben Meinhart und das Team am Programm gearbeitet und konnten sogar Extremsportler Lukas Kaufmann gewinnen, gegen den die Besucher auf Rädern antreten können, die so präpariert sind, dass sie Rhythmen von Reich wiedergeben. Sogar die Weikhard-Uhr schlägt am Festival-Tag im Takt von Reich.

Dass Studio Percussion für dieses wunderbare Projekt keine Förderung vom Land bekamen und auf eine Crowdfunding-Kampagne zurückgreifen mussten – wir haben berichtet -, hat auch dazu geführt, dass nicht (wie geplant) alle Programmpunkte bei freiem Eintritt zu sehen sind. Für vier Konzerte braucht man Tickets, die anderen Programmpunkte sind gratis zu sehen.

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