Die Wiener Austria hat beim Debüt in der Frauen-Fußball-Champions-League zwar verloren, aber reichlich Eindruck hinterlassen. Dem achtfachen englischen Meister Chelsea konnte Österreichs Doublesieger über weite Strecken auf Augenhöhe begegnen, statt der 0:1-Niederlage wäre ein Remis nicht ungerechtfertigt gewesen. „Wir haben gezeigt, wie gut wir eigentlich sind, obwohl Chelsea eigentlich eine andere Liga ist. Wir haben bewiesen, dass mehr geht“, sagte Stürmerin Modesta Uka.
Die Wienerinnen überraschten mit ihrem Auftritt viele. Darunter auch die Stars der Londonerinnen, die vor allem auch durch das Pressing der Austria vor große Probleme gestellt wurden. Valentina Pötzl, Uka und Patricia Pfanner als offensivste Akteurinnen in der 3-4-3-Formation liefen alles andere als leere Kilometer. „Wir haben gemerkt, dass unser Angriffspressing gegen jeden Gegner funktioniert, egal wie gut er ist“, meinte Pötzl nach dem Duell mit ihrem „Lieblingsverein“. Bemerkenswert war auch, dass sich die Austria auch durch den frühen Rückschlag durch den sehenswerten Führungstreffer von Wieke Kaptein (11.) nicht aus dem Konzept bringen ließ.
Stange verhinderte bei Uka-Schuss Ausgleich
Vorne konnten mehrere Akzente gesetzt werden, wobei es zweimal ganz knapp war. Vor der Pause belohnte sich Louise Schöffel für ein Solo nicht (40.), danach rettete die Stange bei einem Schuss von Uka (76.) für die Londonerinnen. „Wir haben in einem sehr intensiven Spiel schon in der ersten Hälfte richtig gut dagegengehalten. Da haben wir gemerkt, dass jede Einzelne alles am Platz lässt. Zur Pause hat uns der Trainer nochmals neue Energie gegeben, was einen Rieseneffekt hatte. Zweite Hälfte waren wir dann teilweise überlegen, finde ich“, resümierte Pötzl. Umso bitterer war am Ende das Ergebnis.
„Auf dem Level hast du nicht viel Zeit für eine Entscheidung, du hast normalerweise auch nicht so viele Tormöglichkeiten gegen solche Teams wie wir heute. Deshalb bin ich ein bisschen enttäuscht, weil alle im Stadion und vor den Fernsehgeräten gesehen haben, dass ein Punkt möglich gewesen wäre“, schilderte Trainer Stefan Kenesei. Einen derart engen Spielverlauf hatte er wohl selbst nicht erwartet, mehrmals musste er an der Linie schmunzeln angesichts des Auftritts seiner Truppe, der er eine „sehr gute Leistung“ attestierte.
Austria verlor als eines von sechs Teams
Die wird auch am Donnerstag (18.45 Uhr) nächste Woche nötig sein, wenn Inter Mailand in der Generali Arena gastiert. Der italienische Topclub ist am Papier zumindest eine Nummer kleiner als die Engländerinnen, aber natürlich auch über die Austria zu stellen, die als eines von sechs Teams in der ersten Runde der Ligaphase eine Niederlage kassierte. Inter startete hingegen dank eines frühen Bugeja-Treffers am Dienstag mit einem 1:0-Heimsieg gegen Häcken erfolgreich. „Mit Inter wartet der nächste große Name, wieder ein überragendes Team. Da wollen wir es im Abschluss besser machen. Wir können noch ein paar Prozent rausholen“, kündigte Kenesei an. Das auch dank der Fan-Unterstützung vor eigenem Publikum.
Am Ende wollen die Wienerinnen jedenfalls besser abschneiden als St. Pölten in der vergangenen Saison, wo nur ein Punkt (Torverhältnis 3:28) herausgeschaut hatte und etwa auch eine 0:6-Heimniederlage gegen Chelsea. Aktuell ist die Austria in der 18er-Tabelle geteilter 14., die Top zwölf ziehen nach sechs Partien in die K.o.-Phase ein. „Wenn wir mit der Intensität weiterkämpfen, dann ist noch viel drinnen in der Champions League“, sagte Pötzl. Und Uka ergänzte: „Wir müssen effizienter sein, dann können wir vielleicht etwas rausholen in den nächsten Spielen.“ Danach warten noch Duelle mit Juventus Turin, Benfica Lissabon, Bayern München und Manchester City. Vorerst steht aber am Sonntag der Ligaschlager bei Sturm Graz am Programm.
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