Die Betreiber der Virger Merschenalm wurden vom Nationalpark Hohe Tauern (NPHT) mit einem besonderen Titel prämiert. Die Zufahrt zur Alm gibt es erst seit 2025. Ein Schicksalsschlag vor einigen Jahren zwang die Familie zum Umdenken.
Agnes und Leopold Dichtl sind die „Almhirtenfamilie des Jahres 2026“. Mit dieser Auszeichnung wurden sie mit ihrer Merschenalm auf 2250 Metern Seehöhe im Osttiroler Virgen durch den NPHT prämiert.
Hinter der Auszeichnung steckt ein Schicksalsschlag, denn Agnes übernahm die Alm vor sieben Jahren nach dem Tod ihrer Schwiegermutter und schlüpfte fortan in die Rolle der Sennerin. Mit rund 50 Rindern sowie Ziegen, Hühnern und einem Hund wird der Familie auf ihrer Alm nie langweilig. Obendrein betreut die Familie rund einen Hektar Bergwiese.
Zufahrt erst seit 2025, Arbeit sehr traditionell
Besonders bemerkenswert ist zudem, dass die Alm bis vor wenigen Jahren noch keine Zufahrtsmöglichkeit hatte. Der traditionelle Auf- und Abtrieb des Viehs erfolgte zu Fuß und ohne Fahrzeuge – ein Brauch, der vielerorts kaum noch praktiziert wird. Dass die Bewirtschaftung des Familienbetriebs dennoch aufrechterhalten werden konnte, ist der Zusammenarbeit mehrerer Generationen zu verdanken.
Familie vertreibt Produkte direkt auf der Alm
Die Familie verbrachte auch heuer wieder drei Monate auf der Alm. Agnes, Leopold und ihre jüngste Tochter Leonie melkten täglich rund 15 Kühe und veredelten die Milch zu Butter, Schotten, Topfen, Joghurt oder Graukäse. Diese werden direkt in der kleinen Almausschank verkauft. Zur Stärkung für Besucher gibt es zusätzlich Brot und Speck sowie Kuchen oder Säfte. Die Merschenalm zählt zudem zu den wenigen Almen im NPHT-Gebiet, auf der noch Milchwirtschaft mit Almausschank und Direktvermarktung betrieben wird.
Der NPHT kürte die Familie nun mit der Auszeichnung. Diese wurde von Vertretern der Fachjury auf der Merschenalm überreicht. Man setzte sich dabei gegen zwölf Mitbewerber durch.
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