Haben Sie selbst schon einmal mit einer Rezeptionistin telefoniert, die kein Mensch ist? Künstliche Intelligenz und Digitalisierung sind im Zentrum der Tourismus-Messe Fafga (20. bis 22. September) in Innsbruck. Das Programm lässt zumindest erahnen, was das neue Zeitalter bringen könnte.
Welches Thema könnte bei der 38. Tourismusmesse Fafga besonders zugkräftig sein? Das fragten die Verantwortlichen im Vorfeld (auch) die KI – und erhielten prompt die Antwort: natürlich alles rund um die KI!
Während in der Messehalle B.1 bereits der Aufbau lief, gab Hansjörg Stern, interimistischer Geschäftsführer von Congress Messe Innsbruck, die Eckdaten bekannt: „Die Fafga bietet diesmal rund 230 Aussteller, davon 110 aus Tirol.“ Gleich an 21 Ständen drehe sich alles um die Frage, wie die KI die Abläufe in den Tourismusbetrieben erleichtern werde.
Freiräume für Wichtigeres schaffen
„Nicht zuletzt können damit zeitliche Freiräume geschaffen werden, die der Stärke unserer Familienbetriebe, der Gastfreundschaft, zugutekommen“, fasste es Alois Rainer, WK-Obmann des Fachverbandes Gastronomie, zusammen. Dafür ist es aber nötig, am immer schnelleren digitalen Puls der Zeit zu bleiben: „Unsere Angebote müssen von KI-Agenten buchbar sein. Dazu müssen sie zunächst wissen, welche Produkte wir überhaupt haben“, mahnte Tourismus-LR Mario Gerber. Vorteile der KI sieht er in der Entlastung der Mitarbeiter, in effizienteren Abläufen und – wohl entscheidend – in der Weiterentwicklung des Gäste-Erlebnisses.
Von 230 Ausstellern kommen 110 aus Tirol, das zeigt die starke regionale Verankerung der Fafga. Sie bringt die Themen und die Menschen dahinter zusammen.

Hansjörg Stern
Bild: Johanna Birbaumer
Nicht nur schauen, sondern investieren
Die Messepräsidentin der Wirtschaftskammer Tirol, Sebiye Cara, hebt die wirtschaftliche Funktion der Fachmesse hervor: „Die Fafga ist für die Branche eine echte Arbeitsmesse. Zwei Drittel der Fachbesucherinnen und Fachbesucher aus der Tiroler Hotellerie und Gastronomie kommen mit konkreten Beschaffungsvorhaben. Das bedeutet: Hier wird nicht nur geschnuppert – hier wird investiert.“
Während das Internet mehr als zwei Jahrzehnte brauchte, um den Massenmarkt zu erreichen, verändert KI unsere Arbeits- und Wirtschaftswelt in wenigen Monaten.

Georg Hofherr
Bild: Johanna Birbaumer
„Lesbarkeit“ für die KI noch zu wenig forciert
Georg Hofherr, Chef der Agentur P8 und KI-Experte, zeigte auf, dass bisher nur 11 Prozent (!) der Hotels in Österreich, Deutschland und der Schweiz die volle „KI-Lesbarkeit“ erzielt hätten. Oft seien die nötigen umfangreichen Verknüpfungen von Daten noch ausständig. Immerhin, so Hofherr, würden sich bereits 40 Prozent der Gäste via KI über ihren Urlaub informieren und 10 Prozent tatsächlich buchen.
Es geht darum, wo uns die KI Arbeit abnehmen kann, wo Prozesse vereinfacht werden und welche Freiräume damit entstehen, die wir dem Gast widmen können.

Alois Rainer
Bild: Johanna Birbaumer
In Zukunft wird es laut Hofherr kein Unternehmen geben, das von KI unberührt bleibe – unabhängig davon, ob es sie selbst aktiv einsetze oder nicht. „Während das Internet mehr als zwei Jahrzehnte brauchte, um den Massenmarkt zu erreichen, verändert KI unsere Arbeits- und Wirtschaftswelt innerhalb weniger Monate. Wer heute seine Sichtbarkeit in der KI-Welt nicht aktiv gestaltet, riskiert einen ähnlichen Rückstand wie jene, die einst das Internet oder Social Media unterschätzt haben.“
Bereits etablierte KI-Anwendungen vor dem Vorhang
Organisatorisch wird dem heurige Schwerpunkt mit der Sonderschau KI-Journey (Halle B.1) Rechnung getragen, dort sind gelungene KI-Anwendungen zu erleben. Von der KI-Bühne sprechen Experten zum Thema.
Eine Premiere wagt die Fafga heuer mit dem Start an einem Sonntag (20. September). Gleich zum Start (16 Uhr) spricht Winzer und Ex-Formel 1-Star Ralf Schumacher. Ein weiteres Highlight liefert am Montag (21. September, 14 Uhr) KI-Pionier Thorsten Köhler. Der Unternehmer spricht über die KI-Transformation. Der Eintritt (nur Fachbesucher) beträgt 40 Euro.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.