In Hirsch gekracht

Extrem-Radsportler (36) starb auf seiner Hausrunde

Salzburg
17.09.2026 05:00

Ausgerechnet ein Wildunfall kostete einen versierten und international geschätzten Radfahrer das Leben! Bei einer Runde auf seiner Heimstrecke kam ein 36-jähriger Radfahrer am Dienstagabend tragisch ums Leben. Spuren vor Ort zeugen von der Wucht des Aufpralls mit einem Wildtier.

Er hatte Rekorde gebrochen, Rennen auf beinahe allen Kontinenten bestritten und sich als Extremradfahrer in der Szene einen Namen gemacht. Ausgerechnet eine schnelle Abendrunde aufs Rossfeld (1537 Meter), dem Berg vor seiner Haustüre, wurde seine letzte Ausfahrt.

Der 36-jährige Wahl-Salzburger, seit Jahren in Elsbethen daheim, aber in Deutschland aufgewachsen, hatte sich am Dienstagnachmittag auf sein Rennrad gesetzt, um auf die Passstraße im benachbarten Bayern zu radeln. Aus dem Nachmittag wurde Abend. Schon in der Dunkelheit hatte der Extremsportler die Abfahrt in Richtung Mautstelle auf der Nordseite in Angriff genommen.

Teile des Fahrrads lagen am Tag danach noch neben der Fahrbahn.
Teile des Fahrrads lagen am Tag danach noch neben der Fahrbahn.(Bild: Manuel Bukovics)

Autofahrerin alarmierte Rettungskräfte
Die Strecke kannte er wie seine Radtasche. Die vielen Kurven und die schnellen, steile Stücke der Abfahrt praktisch auswendig. In einer langgezogenen Kurve, etwa 250 Meter vor der Unterführung für den Skiweg, kreuzte um kurz nach 20 Uhr ein Wild die Straße. Genau in dem Moment, als der Radsportler daherkam.

Er stürzte und blieb liegen. Eine Autofahrerin, die Minuten später vorbeikam, sah den 36-Jährigen am Boden liegen, alarmierte sofort die Rettungskräfte. Notarzt und Hubschrauber sowie Feuerwehr eilten zur Unfallstelle. Für den gebürtigen Sachsen aber kam jede Hilfe zu spät.

Der nächtliche Einsatz am Rossfeld hatte ein tragisches Ende.
Der nächtliche Einsatz am Rossfeld hatte ein tragisches Ende.(Bild: Bayrisches Rotes Kreuz)

Am Tag danach sind die Spuren des tödlichen Unfalls auf der Panoramastraße noch deutlich zu sehen. Vorbeirauschende Radler, Autofahrer und Motorradfahrer ahnen von dem Unglück nichts. Sie sind wie jeden Tag dort unterwegs.

Erde wurde über platt getretenes Gras auf die Fahrbahn geschleift, eine Blutspur zeugt vom schrecklichen Ausgang des Zusammenstoßes mit dem Tier. Eine Schraube des Rads liegt neben der Fahrbahnmarkierung, daneben kleine Plastikteile. Sie lassen auf die Wucht des heftigen Aufpralls schließen, den der Extremradler nicht überlebte. Ein Gutachter soll noch die genauen Umstände des tödlichen Unfalls klären.

Am Tag danach ist die Unfallstelle noch deutlich zu erkennen.
Am Tag danach ist die Unfallstelle noch deutlich zu erkennen.(Bild: Manuel Bukovics)

Erfolge bei Ultra-Rennen und Bekanntheit in Szene
Der Wahl-Elsbethener war erst vor wenigen Wochen von einem Rennen in Asien zurückgekehrt. Ganz allein hatte er dort Wüste und hohe Berge durchquert. Tagelange Strapazen hatte er dafür auf sich genommen. Im Ultra-Rennen gegen die Uhr und andere Extremradler belegte er den zweiten Platz. Schon im Frühjahr gewann er ein ähnliches Rennen in Südeuropa. In der Radsportszene hatte er sich wegen dieser Leistungen bei Rennen über Hunderte Kilometer in abgelegenen Gegenden einen Namen gemacht.

Das Tier, mit dem der Extremradfahrer kollidierte, dürfte laut den Einsatzkräften ein Hirsch, ein Hirschkalb oder eine Hirschkuh sein. Vom Rotwild blieben Haare am Unfallort zurück, dieses dürfte sich bei dem Unfall ebenso verletzt haben. Ein Jäger konnte es Dienstag in der Nacht nicht mehr aufspüren.

Die Polizei spricht auf „Krone“-Anfrage von zunehmenden Wildunfällen: „Herbst ist Brunftzeit. Die Tiere kreuzen die Straßen und sind auch nachts unterwegs.“ 

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