In Österreich sterben deutlich mehr Menschen durch Suizid als im Straßenverkehr. Auch in Tirol bleibt die Zahl hoch. Eine neue Plattform klärt auf und bietet konkrete Hilfe an.
Im Jahr 2024 wurden 113 Suizide in Tirol registriert, in ganz Österreich waren es 1219. Die Suizidpräventionsplattform SUPRA startet nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund einer konstant hohen Fallzahl – also Suizidversuchen und Suizidgedanken, sagte Christian Haring, Leiter des Psychosozialen Krisendienstes Tirol.
Von den 3661 Anrufen im Jahr 2025 drehten sich rund zehn Prozent um das Thema Suizidalität.
Christian Haring, Leiter des Psychosozialen Krisendienstes Tirol
Dies lasse sich auch anhand der Anrufe beim „Psychosozialen Krisendienst Tirol“ ablesen, sagte Haring bei einer Pressekonferenz in Hall. „Von den 3661 Anrufen im Jahr 2025 drehten sich rund zehn Prozent um das Thema Suizidalität“, betonte er.
Yellow September steht für psychosoziale Gesundheit
Im Rahmen des Yellow September wurde nun die Initiative Suizidprävention Austria der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Mittelpunkt steht die Botschaft: Suizidprävention benötigt Zusammenarbeit. SUPRA soll deshalb zahlreiche Aktivitäten und Angebote besser vernetzen, bündeln und weiterentwickeln. „In Tirol gibt es bereits zahlreiche qualifizierte Angebote. Entscheidend ist, dass diese gut ineinandergreifen und sie Menschen frühzeitig unterstützen“, sagt die Landesrätin für Gesundheit, Cornelia Hagele (ÖVP).
Bei Seminaren Schlüsselpersonen geschult werden, wie sie in eine vertrauensvolle Beziehung mit suizidalen Personen gehen können.

Miriam Plaickner, Geschäftsführerin des Psychosozialen Pflegedienstes Tirol
Bild: Christof Birbaumer
Die Plattform setzt daher auf zwei wesentliche Ansätze: Gatekeeper-Schulungen zur Suizidprävention und rasche Hilfe in Krisen. „Dabei sollen bei Seminaren Schlüsselpersonen geschult werden, wie sie in eine vertrauensvolle Beziehung mit suizidalen Personen gehen können.“ Auch das rechtzeitige Setzen von „suizidpräventiven Maßnahmen“, wie beispielsweise das „Einsetzen von Angehörigen aus dem sozialen Umfeld der Person“, sei Teil der Schulungen, berichtete Miriam Plaickner, Geschäftsführerin des Psychosozialen Pflegedienstes Tirol.
Das Land unterstützt zudem viele beteiligte Organisationen finanziell, sagt Soziallandesrätin Eva Pawlata (SPÖ). Auch in Schulen soll das Thema mentale Gesundheit stärker verankert werden, sagt Hagele. Wer sich in einer akuten Krise befindet, erhält beim Psychosozialen Krisendienst Tirol rasche und niederschwellige Unterstützung.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.