OP in Innsbruck

Ö: Erstmals ein Kunstherz erfolgreich implantiert

Wissen
01.12.2014 09:19
An der Innsbrucker Universitätsklinik für Herzchirurgie ist erstmalig in Österreich erfolgreich ein "Total Artificial Heart", ein Kunstherz, implantiert worden. Diese Art von Eingriff wurde bis dato erst zweimal österreichweit durchgeführt, in beiden Fällen sind die Patienten allerdings kurz nach der Operation verstorben.

Etwa sieben Stunden hat der Eingriff Anfang September gedauert, bei dem einem 55-jährigen Tiroler ein komplettes Kunstherz eingesetzt wurde. Im Gegensatz zu anderen Herzunterstützungssystemen, die immer wieder zum Einsatz kommen und die das vorhandene Herz unterstützen, ist in diesem Fall das Herz des Patienten komplett entfernt und durch das Kunstherz ersetzt worden. Der Mann hat die Klinik bereits verlassen und wird nach einem Reha-Aufenthalt nach Hause gehen können.

Kunstherz als letzte Überlebensmöglichkeit
Das Team um den Herzchirurgen Herwig Antretter hatte sich entschlossen, bei dem schwerstkranken und bereits bettlägerigen 55-Jährigen den Eingriff zu wagen, weil es für diesen die einzige Überlebensmöglichkeit war. Ein anderes Herzunterstützungssystem konnte nicht eingesetzt werden und eine Transplantation war aufgrund von Begleiterkrankungen nicht möglich. Inzwischen kann der Mann bereits mehrere Stockwerke selbstständig gehen.

Das Kunstherz-System besteht aus dem eigentlichen Kunstherz im Körper und einem Druckluftantrieb außerhalb des Körpers, verbunden über zwei Kunststoff-Schläuche. Die Energieversorgung läuft über Akkus, die der Patient selbstständig tauschen und damit unabhängig mobil sein kann.

Patient kann Begleiterkrankung auskurieren
"Der Patient ist in einem erfreulich guten Zustand", sagt Herzchirurg Antretter. "Er wird sich jetzt in der Reha vor allem von seinem achtwöchigen Aufenthalt auf der Intensivstation erholen, wird wieder zu Kräften kommen und seine Begleiterkrankung auskurieren. Danach geht er wie geplant nach Hause und wird von uns dann für eine Herztransplantation gelistet", so der Mediziner weiter. Dank des Kunstherzens kann der 55-Jährige jetzt auch eine mehrjährige Wartezeit überbrücken.

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