Gefahr für Imkerei

Asiatische Hornisse erstmals in Tirol nachgewiesen

Tirol
26.08.2026 15:00
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone

Nun wurde die Asiatische Hornisse auch erstmals in Tirol nachgewiesen. Wie das Land Tirol berichtet, machte ein Imker aus Kössen (Bezirk Kufstein) den Erstfund. Das Tier stellt für die Imkerei sowie heimische Insekten eine Gefahr dar.

Vor Kurzem wurde im Tiroler Unterland erstmals eine gelbfüßige Asiatische Hornisse nachgewiesen. Die invasive Art stammt ursprünglich aus Zentral- und Ostasien und wurde vermutlich vor mehr als 20 Jahren nach Frankreich eingeschleppt.

Seither breitete sich das Tier in Europa aus. In Österreich wurde sie erstmals 2024 in Salzburg nachgewiesen. Erste Nester wurden 2026 in Vorarlberg entdeckt. „Sie stellen allen voran eine Gefahr für die heimische Biodiversität dar, weshalb Experten derzeit auf der Suche nach dem Nest sind. Die Bevölkerung wird gebeten, allfällige Sichtungen bzw. Verdachtsmomente zu melden“, erklärt das Land Tirol.

Die Asiatische Hornisse zählt zu den sozialen Faltenwespen und stellt vor allem für Honigbienen, Wildbienen und andere heimische Insekten eine ernstzunehmende Bedrohung dar.

Süßes lockt auch die Neuankömmlinge an.
Süßes lockt auch die Neuankömmlinge an.(Bild: Land Tirol/Tschöll)

Die Nester sind birnenförmig, besitzen einen seitlichen Eingang und können einen Durchmesser von bis zu 80 Zentimetern erreichen. Zuerst sind sie in Sträuchern oder kleinen Bäumen zu finden, mit zunehmender Volksgröße hoch in Baumkronen. Eine im Herbst begattete Königin gründet im Frühjahr ein neues Volk. Im Spätsommer und Frühherbst umfasst ein Volk bis zu 2.000 Tiere.

In dieser Zeit können die Hornissen täglich mehrere Hundert Honigbienen erbeuten – insgesamt bis zu elf Kilogramm Insekten pro Saison. Dadurch stellen sie eine erhebliche Gefahr für die heimische Biodiversität und das ökologische Gleichgewicht dar. Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Imkerei sind dann beträchtlich.

Die Färbung bei der Asiatischen Hornisse ist anders als bei dehn heimischen Artgenossen.
Die Färbung bei der Asiatischen Hornisse ist anders als bei dehn heimischen Artgenossen.(Bild: AGES/Dirk Louis Schorkopf)

Sichtungen unbedingt melden
Die Asiatische Hornisse lässt sich vor allem anhand ihrer Färbung von der heimischen Europäischen Hornisse unterscheiden. Während die Europäische Hornisse einen rotbraunen Kopf sowie einen rotbraun-schwarzen Brustbereich besitzt, sind diese Körperpartien bei der Asiatischen Hornisse überwiegend schwarz. Ihr Hinterleib ist größtenteils schwarz und weist lediglich ein breites orangefarbenes Band auf. Ein weiteres typisches Erkennungsmerkmal sind die schwarzen Beine mit auffallend gelben Spitzen.

Wer eine Asiatische Hornisse oder ein Nest entdeckt, wird ersucht, den Fund umgehend melden. Dies ist beim Amt der Tiroler Landesregierung, über das zentrale Velutina-Meldeportal oder bei der zuständigen Gemeinde möglich:

Vorsicht bei Begegnungen
Wer einem Tier oder einem Nest begegnet, sollte Abstand halten. Zudem sollten hektische Bewegungen oder Erschütterungen in Nestnähe vermieden werden. Das Nest darf auf keinen Fall selbst entfernt werden. Zudem wird empfohlen, auf den Einsatz von Hornissenfallen oder Wespensprays zu verzichten, da dies zu unkontrollierten Reaktionen führen kann.

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