Krawalle

Mindestens 21 Tote durch Gewalt in Kolumbien

Ausland
15.02.2006 22:35
Bei einer neuen Welle der Gewalt in Kolumbien sind mindestens 15 Soldaten und Polizisten sowie 5 linke Rebellen getötet worden. Zudem wurde der Tod eines vor sieben Jahren von FARC-Rebellen entführten Polizisten bekannt. Weitere 36 Soldaten seien bei den Gefechten in verschiedenen Landesteilen verletzt worden, teilte das Militär mit.

Politische Beobachter in der Hauptstadt Bogotá gingen davon aus, dass die Rebellen ihre Angriffe gegen die Sicherheitskräfte vor der Parlamentswahl im März und der Präsidentenwahl im Mai weiter verstärken werden, um die Sicherheitspolitik von Präsident Alvaro Uribe zu diskreditieren. Außerdem versuchten sie, die von den rechten Paramilitärs aufgegebenen Gebiete zu besetzen. Die Entwaffnung der Paramilitärs soll nach einer Friedensvereinbarung mit der Regierung in Kürze abgeschlossen sein.

Besonders beunruhigend sei der Angriff von Mitgliedern der Rebellengruppe "Nationales Befreiungsheer" (ELN) im Zentrum der Provinzhauptstadt Pasto im Südwesten des Landes. Dabei seien in einer Kaserne ein Soldat getötet und drei weitere verletzt worden. Pasto ist die Hauptstadt der Provinz Nariño an der Grenze zu Ecuador, in der es große Drogenanbaugebiete gibt. Die größeren Städte waren in dem seit mehr als 40 Jahren andauernden bürgerkriegsähnlichen Konflikt bisher weitgehend verschont geblieben.

Am Vortag seien zwei Soldaten getötet und fünf verletzt worden, als sie im Zentrum des Landes in ein Minenfeld gerieten. Aus dem Nordwesten des Landes wurden fünf getötete Mitglieder der Rebellengruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) gemeldet. Am Dienstag hatte das Militär hier von sechs getöteten Soldaten gesprochen.

Weitere sechs Polizisten seien in dem Naturschutzgebiet La Macarena im Süden des Landes von FARC-Rebellen getötet worden. Die Polizisten sollten Landarbeiter schützen, die dort zur Rodung illegaler Drogenplantagen eingesetzt werden. Von zunächst fast 1000 Arbeitern sei inzwischen ein Drittel wegen der ständigen Rebellenangriffe geflohen. Die Rebellen finanzieren sich zu einem erheblichen Teil aus dem Drogenschmuggel.

 

 

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